Vier junge Frauen schauen in die Kamera. Vier junge Frauen schauen in die Kamera.
Partnerländer

Zusammenarbeit mit Japan

Japan – das ist das Land, aus dem Sushi und Manga kommen, das für uns ein Sinnbild für technologischen Fortschritt ist und dessen fernöstliche Traditionen uns gleichermaßen befremden und faszinieren. So fern uns dieses Land manchmal erscheinen mag, ist Japan doch mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert, wie viele (post-)industriellen Gesellschaften: der demographische Wandel und Fragen des sozialen Zusammenhalts spielen dabei ebenso eine Rolle, wie Fragen der beruflichen Integration junger Menschen und ein sicherer, kompetenter Umgang mit den neuen Medien.

Diese Fragen beschäftigen auch die deutsche Kinder- und Jugendhilfe. Japan wiederum hat seine eigene Perspektive, mit der diese Phänomene betrachtet werden. Dementsprechend anders ist die Herangehensweise zur Lösung dieser Herausforderungen. In dieser Unterschiedlichkeit liegt für Fachkräfte beider Länder ein großes Potenzial für gegenseitiges Lernen. Ein Austausch mit Japan kann ganz eigene gewinnbringende Impulse bieten, die zur Weiterentwicklung der konzeptionellen und praktischen Arbeit hierzulande genutzt werden können.  

Die deutsch-japanische Zusammenarbeit im Jugendbereich zeichnet sich durch eine hohe Stabilität aus und der Austausch von Fachkräften kann auf eine fast 50-jährige Geschichte zurückblicken. Dies spiegelt sich auch in der Qualität der Programme mit Japan wider. Seit 2019 stehen Fragen des medialen Umfelds junger Menschen im Mittelpunkt der Kooperation.

Fortbildungen und Veranstaltungen

Vom 21. September bis zum 29. Oktober findet das Deutsch-Japanisches Studienprogramm „Das mediale Umfeld junger Menschen: Herausforderungen und Lösungsansätze“ (online) statt. Die Ausschreibung und Informationen zur Anmeldungen finden Sie hier.

Übersicht über Aktivitäten der vergangenen Jahre:

2020

2019

2018

Information und Beratung für Fachkräfte

Damit ein nachhaltiger und intensiver deutsch-japanischer Austausch im Jugendbereich gelingen kann, steht IJAB den Trägern der Kinder- und Jugendhilfe bei der (Weiter-)Entwicklung eigener Austauschaktivitäten mit Informations- und Beratungsangeboten unterstützend zur Seite. Neben den Länderinformationen zu Japan können die zuständigen Ansprechpartner/-innen gerne telefonisch oder per E-Mail kontaktiert werden.

Information und Beratung für junge Menschen

Das kostenlose Informationsportal rausvonzuhaus bietet Informationen, Adressen und Links rund um das Thema Auslandsaufenthalt. Auf der Länderseite Japan findet man konkrete Informationen zu allen Möglichkeiten in diesem Land, das mehr zu bieten hat als Kirschblüten, Origami und Sushi. Bei weiterem Beratungsbedarf stehen zudem Ansprechpartner*innen in rund 50 Beratungsstellen vor Ort zur Verfügung.

Angebote unserer Partner

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung

Die Mitgliedsorganisationen der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) e.V. führen regelmäßig im Verlauf von 2 bis 3 Kalenderjahren in beiden Ländern vier aufeinander aufbauende Studienprogramme zu spartenspezifischen Themen der Kulturellen Bildung durch: in den letzten Jahren z.B. Theater-, Musik-, Tanz-, Museums- und Spielpädagogik.   
An den Studienprogrammen nehmen ausschließlich Fachkräfte aus verschiedenen Sparten der Kulturellen Bildung in beiden Ländern teil.
Da die für die Studienprogramme verantwortlichen Fachorganisationen regelmäßig wechseln, wenn eine andere künstlerische Sparte an der Reihe ist, gibt es kein zentrales Informationsportal zu den Studienprogrammen. Eine Dokumentation der spielpädagogischen Programme 2018 – 2020 ist zu finden unter https://spielmobile.de/de/produkt/wechselspiel-spielkultur/.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.bkj.de/internationales/.

Deutsches Jugendherbergswerk

Seit 1979 findet im zwei-Jahres-Rhythmus ein Fachprogramm bzw. Fachkräfteaustausch  zwischen dem Deutschen Jugendherbergswerk (DJH ) und Japan Youth Hostels Inc. (JYH) in Kooperation mit National Institution for Youth Education (NIYE) statt. Es geht um das gegenseitige Kennenlernen von Jugendherbergen in dem jeweils anderen Land und aktuelle, pädagogische Konzepte bildungsorientierter Programmangebote, jenseits des formalen (schulischen) Systems bzw. der Zielgruppe der Schulklassen. Auf diese Weise sollen Ansätze zu einer eventuellen Übertragbarkeit erfolgreicher Methoden aufgezeigt werden und die Vielfalt der Jugendherbergen sichtbar werden. Die teilnehmenden DJH-Landesverbände, aus Haupt- und Ehrenamt, alternieren dabei sowie die Themenschwerpunkte, je nach Aktualität und Vereinbarungen mit den Partnern.

Eine zweiwöchige deutsch-japanische Jugendbegegnung “Sushitester gesucht!” bietet jedes Jahr der DJH-Landesverband Sachsen mit dem japanischen Partner, zwischen der Jugendherberge Sayda und der in Okinawa, für junge Menschen von 13 bis 17 Jahren an.

Weitere Informationen finden Sie unter www.jugendherberge.de und www.jyh.or.jp.

Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin

Die Stiftung Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin (JDZB) wurde 1985 auf Anregung der damaligen Regierungschefs Deutschlands und Japans, Dr. Helmut Kohl und Nakasone Yasuhiro, gegründet. Aufgabe des JDZB ist die Förderung und Vertiefung des deutsch-japanischen und internationalen Austauschs auf den Ebenen von Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Gesellschaft und Politik. Das JDZB bietet folgende deutsch-japanische Fach- und Austauschprogramme für unterschiedliche Zielgruppen an: Das Studienprogramm für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, das Austauschprogramm für junge Berufstätige und das Austauschprogramm für junge Ehrenamtliche (finanziert durch den KJP-Plan des Bundes und das japanische Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft u. Technologie), das Junior Experts Exchange Program (finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das japanische Außenministerium),  das German-Japanese Young Leaders Forum sowie das ScienceYouth Program für den deutsch-japanischen Schüleraustausch.

Weitere Informationen finden Sie auf der JDZB-Webseite unter Austauschprogramme - Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin (jdzb.de).

Deutsche Sportjugend

Unter dem Motto „Sport verbindet uns!“ führt die Deutsche Sportjugend (dsj) seit 1974 mit ihrem japanischen Partner „Japan Junior Sport Clubs Association“ (JJSA) den deutsch-japanischen Sportjugend-Simultanaustausch durch. Die Jugendbegegnung bietet jedes Jahr jeweils 125 jungen Sportler*innen zwischen 15 und 24 Jahren aus beiden Ländern ein vielfältiges Programm mit Familienaufenthalten für 18 Tage.

Als flankierende Maßnahmen zum Simultanaustausch finden zudem jährlich zwei Austauschprogramme für Fachkräfte zu aktuell relevanten Themen aus dem Bereich Jugendsport statt. Alle zwei Jahre finden diese Maßnahmen im Rahmen der zwischen dem BMFSFJ und MEXT vereinbarten Protokollmaßnahmen statt.

Weitere Information: www.japan-simultanaustausch.de

Hintergrund: jugendpolitische Zusammenarbeit mit Japan

In der jugendpolitischen Zusammenarbeit mit Japan führt IJAB im Auftrag das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) regelmäßig Fachprogramme durch. Die deutsch-japanischen Fachkräfteprogramme dienen dem Austausch von fachlichen Erfahrungen zu relevanten Themen der Kinder- und Jugendhilfe. Der Austausch soll zur Fortentwicklung der Jugendhilfe in den vereinbarten Themenbereichen beitragen sowie den Teilnehmenden ermöglichen, neue Sichtweisen und Lösungsansätze für gemeinsame Probleme zu erkennen. Gleichzeitig fördert der Austausch die Vertiefung der Länderbeziehungen durch die Begegnung der Fachkräfte und den Ausbau des gegenseitigen kulturellen Verständnisses.

Die beiden für den Fachkräfteaustausch verantwortlichen Ministerien sind das japanische Bildungsministerium (Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology, MEXT) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die Umsetzung des Fachkräfteaustausches mit der Bezeichnung „Deutsch-Japanisches Studienprogramm“ erfolgt auf japanischer Seite durch die National Institution for Youth Education (NIYE). Auf deutscher Seite wird das Studienprogramm bestehend aus zwei thematisch ausgerichteten Fachgruppen jeweils von IJAB und vom Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (JDZB) verantwortlich geleitet. Darüber hinaus führen die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (www.bkj.de), das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) und die Deutsche Sportjugend (dsj) im Rahmen der jugendpolitischen Zusammenarbeit mit Japan Fachkräfteprogramme mit ihren japanischen Partnerorganisationen durch.

Die Themen und Inhalte der Zusammenarbeit werden im Rahmen von bilateralen Fachgesprächen zwischen dem BMFSFJ und dem MEXT vereinbart. Das aktuelle Protokoll wurde während der Zweiten Deutsch-Japanischen Regierungsgespräche 2018 über die Fortführung der deutsch-japanischen Programme im November in Berlin verabschiedet (Deutsch/Japanisch).

Historie

Die jugendpolitische Zusammenarbeit mit Japan kann auf eine langjährige erfolgreiche Tradition zurückblicken. Sie beruht auf dem 1957 unterzeichneten Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Japan. Erste organisierte Formen eines deutsch-japanischen Jugendaustausches entwickelten sich bereits in den Jahren 1953 bis 1964. Aus der „Olympia-Fahrt der Deutschen Jugend“ im Jahre 1964 anlässlich der Olympischen Spiele in Tokyo wurde ein von beiden Regierungen mit öffentlichen Mitteln gefördertes offizielles Jugendbegegnungsprogramm „Japanfahrt der deutschen Jugend / Deutschlandfahrt der japanischen Jugend“ durchgeführt. Das bilaterale Begegnungsprogramm wurde 1971 um einen Fachkräfteaustausch erweitert, der seither kontinuierlich weiterentwickelt wurde.

Neben dem Deutsch-Japanischen Studienprogramm und den Fachaktivitäten in der Zusammenarbeit mit dem MEXT führt das Büro des japanischen Ministerpräsidenten (Cabinet Office) seit 2002 ein multilaterales Qualifizierungsprogramm mit dem Titel „Young Core Leaders of Civil Society Groups Development Program“ in Japan und verschiedenen Partnerländern durch. Das BMFSFJ ist seit 2008 regelmäßig dazu eingeladen worden, deutsche Fachkräfte nach Japan zu entsenden und für die japanischen Fachkräfte entsprechende Fachprogramme in Deutschland anzubieten. IJAB übernimmt im Auftrag des BMFSFJ die Durchführung dieser Programme.

Eine Gruppe japanischer Kinder in traditioneller Tracht
Aktuelle Beiträge zu Japan

IJAB berichtet regelmäßig über seine Aktivitäten zur Förderung des deutsch-japanischen Jugend- und Fachkräfteaustauschs. Dort finden Sie auch aktuelle Ausschreibungen zu Fortbildungen und Fachprogrammen.

Gebäude in Japan
Länderinformation Japan

Die Länderinformation Japan gibt Fachkräften einen ersten Einblick in die Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe Japans, sowie Informationen zu der Situation von Kindern und Jugendlichen.

Ansprechpersonen
Claudia Mierzowski
Referentin für internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-109
Portraitfoto Dorothea Wuensch
Dorothea Wünsch
Referentin für internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-133
Portrait Timo Herdejost
Timo Herdejost
Sachbearbeitung
Tel.: 0228 9506-130
Publikationen zu Japan
Hintergrundinformationen
Jugend und Medien in Japan
Dokumentation des Deutsch-Japanischen Studienprogramms vom 25. Mai - 08. Juni 2019 in Japan
#jugend #medien #japan