Für eine Interviewreihe zum Fachkräftemangel in der Kinder- und Jugendhilfe führte das Portal der Kinder- und Jugendhilfe fünf Interviews mit Fachkräften aus verschiedensten Arbeitsbereichen. In den Interviews geben die Leiterin eines Pflegekinderdienstes, ein Erzieher in Ausbildung, die Mitarbeiterin einer Wohngruppe, ein Fachberater im Bereich Personal und eine Sozialpädagogin in einer Tagesgruppe Einblick in Ihren Arbeitsalltag und die Herausforderungen, die der Fachkräftemangel mit sich bringt.
Bestimmte Clearinggruppen können wir momentan gar nicht mehr belegen, da es kein Personal mehr gibt. Hilfen, die wir in besonders schwierigen Pflegeverhältnissen installieren, können zum Teil ihre Angebote gar nicht mehr aufrechterhalten. Wenn Pflegeverhältnisse scheitern, müssen wir Wege ebnen, um das Kind auch weiterhin gut versorgt zu wissen. Nur leider ist es derzeit vielerorts so, dass – egal ob in städtischen Einrichtungen oder bei freien Trägern – die Mitarbeiter*innen auf dem Zahnfleisch gehen.
Berichtet R. (41 Jahre) aus ihrem Alltag beim Pflegekinderdienst.
Teil 2: Erzieher in Ausbildung
Ich hoffe, dass mein Enthusiasmus trotz aktueller Widrigkeiten, wie dem Fachkräftemangel oder der finanziellen Situation mancher Träger, nicht so schnell vergeht. Ich wünsche mir, dass ich nicht abstumpfe und das Ganze dann nur als Job ansehe.
Äußert Jan W. (42 Jahre), Erzieher in Ausbildung.
Teil 3: Mitarbeiterin einer Wohngruppe
Ich kann meiner eigentlichen pädagogischen Aufgabe nicht wirklich nachkommen, da Personal fehlt. Es werden entweder keine neuen Stellen geschaffen oder vakante Stellen können nicht besetzt werden, somit fangen wir alles mit einem relativ kleinen Team auf. Um eine Auszahlung der Überstunden wird sich seitens des Trägers nicht gekümmert. Die Fälle werden schwieriger und die Bedarfe der Mädchen in unserer Wohngruppe größer, es gibt immer häufiger Anfragen für Bewohnerinnen, die eigentlich einen intensivpädagogischen Bedarf haben.
Berichtet M. (24 Jahre) aus dem Alltag einer Regelwohngruppe für Mädchen.
Teil 4: Fachberatung Personal
Ja, ich bekomme die hohe Belastung der Mitarbeitenden absolut mit. Es ist ein Teufelskreis. Da wir das Personal auf Mindestbesetzung herunterfahren mussten, können krankheitsbedingte Ausfälle nicht kompensiert werden. Dadurch steigt die Belastung der Mitarbeitenden vor Ort weiter an. Da wir dadurch gelegentlich Einschränkungen vornehmen müssen, erhöht sich zusätzlich der Druck auf die Eltern.
Berichtet K. (52 Jahre) aus der Fachberatung Personal bei einem freien Träger.
Teil 5: Sozialpädagogin in einer Tagesgruppe
Dadurch, dass wir derzeit eine sehr geringe Belegung haben, wurden Mitarbeiter*innen in andere Fachbereiche des Trägers versetzt. Sollten wir aber wieder neue Kinder aufnehmen, stehen wir mit einem Mangel an Mitarbeiter*innen da. Ich empfinde diese Unsicherheit als sehr belastend und so ist im Team viel Unruhe, welche sich natürlich auch auf die Kinder auswirkt.
Berichtet F. (61 Jahre) aus ihrem Arbeitsalltag in einer Tagesgruppe
Weitere Informationen
Die gesamte Interviewreihe wurde auf der Magazin-Seite Fachkräftemangel in den Sozialberufen veröffentlicht.
Weitere Hintergrundinformationen, aktuelle Entwicklungen und spannende Ankündigungen finden Sie außerdem auf dem Instagram-Account des Portals der Kinder- und Jugendhilfe.
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