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Kommune goes International

Kommune goes International macht Spaß

Netzwerktreffen 2021

Bereits zum zweiten Mal hat das jährliche KGI-Netzwerktreffen pandemiebedingt rein digital stattgefunden. Am 30. September trafen sich die in der internationalen Jugendarbeit tätigen Fachkräfte aus den KGI-Mitgliedskommunen und Interessierte aus anderen Gemeinden, Städten und Landkreisen zum kollegialen Austausch und um sich neuen spannenden Input für ihre Arbeit zu holen.

18.10.2021 / Cathrin Piesche

„Es sind gerade keine einfachen Zeiten für internationale Begegnungen“ – kurz und knapp fasste Albert Klein-Reinhardt vom BMFSJ die aktuelle Lage des Arbeitsfeldes in seinem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung zusammen. Umso wichtiger sei es deshalb – so Klein-Reinhardt – gerade jetzt bestehende Netzwerke am Leben zu halten: National und International. Durch die Verlegung in den digitalen Raum sei es IJAB und den Fach- und Förderstellen in dieser herausfordernden Zeit gut gelungen, auch das Internationale hoch zu halten.

Ein gutes Beispiel hierfür präsentierten Kristina Kilders & Lutz Gebhard vom Jugendhaus TREFFER in Köln: Sie haben Ende 2020 im Rahmen eines Kooperationsprojekts innerhalb des KGI-Netzwerk gemeinsam mit vier weiteren KGI Mitgliedskommunen eine digitale, internationale Jugendbegegnung durchgeführt – mit 44 Jugendlichen aus 6 Ländern in 4 Zeitzonen (zum Bericht über „Dream your future“). Nach einer lebendigen Präsentation wagten sie auf Grundlage ihrer Erfahrungen einen Ausblick:

  1. Vorbereitungen sollten in Zukunft noch partizipativer anlegt werden, um Jugendliche mit ihrem Knowhow und ihren Interessen noch stärker einzubinden.

  2. Rein digitale Veranstaltungen sind kein Ersatz für „echten“ Austausch. Doch sind hybride Formate eine tolle Ergänzung. So kann so nach einem realen Austausch z. B. der Kontakt aufrechterhalten werden oder auch eine neue reale Begegnung geplant werden.

  3. Es braucht eine andere Förderpraxis, die flexiblere Angebote zulässt, die Anschaffung technischer Ausstattung sowie die Kosten für Kreativpersonal berücksichtigt. (Rein digital ist keine Sparmodel!)

  4. Die Rolle der Pädagogin/des Pädagogen darf nicht vernachlässigt werden, um eine angenehme, gute Atmosphäre zu schaffen.

In der sich anschließenden Diskussion wurde klar, dass sich die bei „Dream your Future“ gesammelten Erkenntnisse mit den Erfahrungen vieler anderer Träger während der Coronazeit decken - gerade bezüglich des Mehraufwands für gute digitale/hybride Formate. Auch wiesen viele Träger auf das Problem einer gewissen „Digitalmüdigkeit“ bei jungen Menschen hin: So wurde es im Laufe des Jahres 2021 immer schwieriger, Jugendliche für digitale Formate zu begeistern und Teilnehmende zu finden.

Apropos hybride Formate: Hier kam im Netzwerktreffen die Idee auf, dass man sich doch auch regional mit Einrichtungen zusammentun könnte, um Jugendliche aus Deutschland analog und mit ausländischen Partnern hybrid in Kontakt zu bringen. Spannend! Katja Adam-Weustenfeld von JUGEND für Europa wies in diesem Zusammenhang auf die Fördermöglichkeit der „Small-Scale-Partnerhsips“ bei Erasmus+ hin. Auch sind vielleicht Mittel aus dem Paket „Aufholen nach Corona“ eine Möglichkeit der Finanzierung neuer Formate oder einer Drittmittelakquise (Spenden, Stiftungen, Initiativen), wie mehrere Personen aus dem Netzwerk einbrachten.

In den Themen der freien Sessions – ein fester Programmpunkt jedes Netzwerktreffens – spiegelten sich die vorangegangenen Diskussionen wider. Auch hier standen die Internationale Jugendarbeit unter Pandemiebedingungen sowie die Durchführung von Hybridveranstaltungen im Fokus des Interesses. In einer dieser Sessions stellte Claudius Siebel von der Nationalagentur JUGEND für Europa hierfür mit „Europe goes local“ ein europäisches Plattformprojekt für Kommunen vor, von dessen vielfältigen Angeboten und Synergiemöglichkeiten das Netzwerk durchaus profitieren könnte. Weitere Informationen werden folgen.

Politische Bildung stand am Nachmittag auf der Agenda des Netzwerktreffens. Georg Pirker vom Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V. informierte nicht nur umfassend über Verschwörungstheorien, Fake News und Propaganda, sondern gab auch wertvolle Tipps für die praktische Arbeit und den eigenen Umgang mit Hate Speech und Falschaussagen – auch bei der Planung internationaler (digitaler) Formate.

Neben diesen Inhalten wurde beim Netzwerktreffen auch noch eine spannende Neuerung für das KGI Netzwerk bekannt gegeben. Um in Zukunft noch besser zu beraten und Angebote für Kommunen passgenauer zuzuschneiden, planen IJAB und JUGEND für Europa hier eine engere Zusammenarbeit. Zum Abschluss des austauschintensiven und kurzweiligen Netzwerktages luden Elena Neu und Andrea Bruns alle Mitglieder des KGI-Netzwerks nochmals herzlich ein, sich wegen konkreter Beratungsanfragen aktiv mit ihnen in Verbindung zu setzen. Und wer weiß? Vielleicht treffen sich ja nächstes Jahr wieder alle in echt in einer der beteiligten Kommunen!

INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0
Dieses Werk ist lizenziert unter einer INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0 Lizenz.
Über das Netzwerk Kommune goes International

Das Netzwerk Kommune goes international (KGI) ist die Anlaufstelle für Kommunen, die gezielt Angebote Internationaler Jugendarbeit lokal aus- und aufbauen möchten. Erfahren sie mehr darüber!

Vier Uhren mit unterschiedlichen Uhrzeiten
Über die Internationalisierung

Die Kinder- und Jugendhilfe mit ihren Fachkräften und Strukturen muss sich auf die wachsende Bedeutung grenzüberschreitender Lernerfahrungen einstellen.

Ansprechpartnerinnen
Andrea Bruns
Referentin für internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-102
Elena Neu
Referentin für internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-105
Irena Shuka
Sachbearbeitung
Tel.: 0228 9506-132