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IJAB journal

Internationale Jugendarbeit im virtuellen Raum

Neues IJAB journal mit Schwerpunkt Digitalisierung

Seit fast einem Jahr stecken wir nun schon in der Coronakrise. Nach wie vor herrscht vielerorts Unsicherheit im Umgang mit neuen Technologien und vor allem mit der Übersetzung der Ziele und Aufgaben Internationaler Jugendarbeit in virtuelle Angebote. Auch deshalb haben wir das Thema Digitalisierung als Schwerpunkt für das aktuelle IJAB journal gewählt.

13.01.2021 / Cathrin Piesche

Im Sommer 2020 befragte IJAB die Träger der Internationalen Jugendarbeit nach ihrer Situation in der Coronakrise. Neben vielen Fragen zur finanziellen Absicherung, zu Wünschen nach Anpassung von Förderrichtlinien oder zum Zustand der internationalen Netzwerke, wurde auch nach der Nutzung digitaler Tools gefragt. Dabei zeigte sich: Viele nutzen Zoom, Skype und Co. für den virtuellen Austausch untereinander, für die Vor- und Nachbereitung internationaler Begegnungen oder für Online-Seminare. Bei der Gestaltung von Angeboten für junge Menschen scheint jedoch Ratlosigkeit zu herrschen. Nur 12 % gaben an, gute Praxisbeispiele dafür zu kennen. Angesichts der vielen Absagen von Angeboten in diesem Jahr und der zu erwartenden Absagen im kommenden Jahr bedeutet das: Zwei Jahrgänge junger Menschen werden nur eingeschränkt physische Austauscherfahrung machen können, viele werden gar keine machen können.

Dabei gibt es sie, die guten Beispiele. Virtuelle Workcamps, Online-Beratung, Online-Sprachanimation, sogar große Jugendbegegnungen über fünf Kontinente hinweg. Auch zu Beginn der Pandemie haben wir Träger nach ihren Erfahrungen gefragt und sind auf eine überraschende Vielfalt von Experimenten gestoßen. Einige davon geben wir hier wieder. Ein besonderes Augenmerk haben wir auch auf unsere internationalen Partner gerichtet, denn viele von ihnen befinden sich angesichts geringer oder nicht vorhandener staatlicher Unterstützung in einer schwierigen Lage.

Welche Erfahrungen machen sie mit der Umstellung auf digitale Formate? International fallen die Antworten unterschiedlich aus. Und auch in Deutschland ist die Trägerlandschaft uneins über Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Während die Einen eine Erweiterung ihres Handlungsradius um neue Zielgruppen bemerken und digitale Formate in das Spektrum ihrer Angebote dauerhaft übernehmen wollen, sehen Andere in ihnen allenfalls eine Übergangslösung.

Der Diskurs macht deutlich: Es herrscht Unsicherheit im Umgang mit neuen Technologien und vor allem mit der Übersetzung der Ziele und Aufgaben Internationaler Jugendarbeit in virtuelle Angebote. Bei beiden Aspekten dürfen die Träger nicht alleingelassen werden. Sie benötigen technische, konzeptionelle und methodische Unterstützung, sie brauchen flexiblere Förderprogramme, die Ausstattung mit Hard- und Software erlauben. Sie brauchen eine Förderung, die mehr als digitale Mikroprojekte ermöglicht. Und: Sie müssen gehört werden und ihre Bedürfnisse, Erfahrungen und Fragen einbringen können.

Auch deshalb haben wir das Thema Digitalisierung als Schwerpunkt dieses IJAB journals gewählt. Einen wesentlichen Aspekt haben wir dabei nicht außer Acht gelassen: die Software. Wofür eignen sich die Tools, die wir heute auf dem Markt – oft kostenfrei – vorfinden? IJAB hat dazu eine Broschüre erstellt, die hier vorgestellt wird.

„Hört nie auf online zu experimentieren“, haben uns Liliia und Natalia, zwei junge Ukrainerinnen, die einen Langzeitfreiwilligendienst im Bonner Büro von SCI leisten, gesagt. Daraus spricht die Neugier auf Unbekanntes und die Freude an dessen Erkundung. Vielleicht wirkt diese Kernvoraussetzung Internationaler Jugendarbeit auf Sie ansteckend.

[Aus dem Editorial von IJAB-Direktorin Marie-Luise Dreber]

Zur aktuellen Ausgabe des IJAB journals
Internationale Jugendarbeit im virtuellen Raum
IJAB journal 2/2020
Über das IJAB journal

Das Fachmagazin informiert über wichtige Ergebnisse und Entwicklungen in der Internationalen Jugendarbeit und jugendpolitischen Zusammenarbeit. Beiträge aus Praxis, Politik und Wissenschaft beleuchten dabei jeweils ein aktuelles Schwerpunktthema.

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