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Coronavirus

Wirtschaftliche Folgen von COVID-19 treffen besonders junge Menschen

ILO warnt

Die COVID-19-Krise betrifft fast alle Menschen auf der Welt, unabhängig von Alter, Einkommen oder Wohnort. Doch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) warnt, dass besonders junge Arbeitnehmer/-innen von den wirtschaftlichen Folgen der Krise betroffen sein werden.

22.04.2020 / Katrin Schauer
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Krisen und ihre wirtschaftlichen Folgen treffen die Schwächsten am härtesten und das zeichnet sich aktuell auch in der Corona-Krise ab. Zahlen aus dem Jahr 2019 - vor dem Ausbruch des Virus - belegen: Jeder Fünfte unter 25 Jahren (entspricht 267 Millionen jungen Menschen weltweit) wird als NEET (not in education, employment or training) eingestuft.

Aus fünf Gründen werden junge Frauen und Männer besonders von den wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie betroffen sein:

  1. Junge Arbeitnehmer/-innen sind stärker von Rezessionen betroffen als ihre älteren, erfahreneren Kolleg(inn)en. Sie sind diejenigen, deren Arbeitszeit als erstes verkürzt wird oder die entlassen werden. Nicht vorhandene Netzwerke und Erfahrung erschweren es, eine neue Arbeit zu finden.
  2. Besonders in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen arbeiten junge Menschen häufig im informellen Sektor und können es sich nicht leisten, sich selbst zu isolieren.
  3. Viele junge Arbeitnehmer/-innen sind in nicht dem Standard entsprechenden Beschäftigungsformen tätig, z.B. befristete Beschäftigung oder Teilzeitarbeit. Solche Arbeitsverhältnisse sind oft schlecht bezahlt und verfügen über wenig Arbeitsplatzsicherheit und keinen sozialen Schutz.
  4. Junge Menschen arbeiten üblicherweise in Sektoren, die besonders von der COVID-19-Pandemie betroffen sind. Im Jahr 2018 war in der EU etwa jede/-r dritte junge Arbeitnehmer/-in im Großhandel, Einzelhandel, Hotelgewerbe und in der Gastronomie tätig. Das trifft besonders auf junge Frauen zu.
  5. Junge Menschen sind durch die Automatisierung stärker gefährdet als jede andere Altersgruppe, zeigt eine kürzlich von der Internationalen Arbeitsorganisation durchgeführte Studie.

Quelle: International Labour Organization

Redaktion: DIJA