Ein Schuh hinterlässt Abdrücke im rötlichen Sand Ein Schuh hinterlässt Abdrücke im rötlichen Sand
Learning Mobility in Times of Climate Change

Partner diskutieren erste sichtbare Tendenzen der Jugendbefragung

Jugendaustausch klimafreundlicher gestalten

The early bird catches the worm: Pünktlich um 08:30 Uhr MEZ startete am 21. Oktober das 2. Partnertreffen der Beteiligten im Projekt LEMOCC (Learning Mobility in Times of Climate Change), das Organisationen von UK bis China einbindet. 17 Organisationen, 7 Länder, viele Stimmen und alle wollten gerne zu Wort kommen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen erste Tendenzen, die sich aus der im Sommer durchgeführten Jugendbefragung zum Thema Auslandsaufenthalt und Klimaschutz abzeichnen.

18.11.2021 / Susanne Klinzing

Ziel des Projekts LEMOCC ist es, herausfinden, wie Internationale Jugendarbeit klimafreundlicher gestaltet werden kann. Dazu wurde im Sommer dieses Jahres eine Umfrage unter jungen Leuten zwischen 15 und 30 Jahren gestartet, die in allen sieben Partnerländern verbreitet wurde. Senka Karic und Elisa Brahimi, Mitglieder des Forschungsteams am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim, gewährten in ihrer Präsentation erste Einblicke und Eindrücke zu den erfassten Daten. Rund 1600 Jugendliche haben bei der Befragung mitgemacht. Sie äußerten sich beispielsweise zum Reisen im In- und Ausland in Bezug auf die Häufigkeit und Reisegründe, aber auch zu ihrer Haltung zum Klimawandel, ihrem ökologischen Fußabdruck und ihrer Beteiligung an Maßnahmen von Umweltgruppen.

Erste Diskussionen in Arbeitsgruppen

Die relativ geringe Anzahl der auf Englisch gegebenen Antworten veranlasste den Vertreter aus UK zu der Annahme, dass möglicherweise das Thema für Jugendliche in Großbritannien nicht ganz oben auf der Agenda steht, zumal durch den Brexit einige Möglichkeiten für Lernaufenthalte weggebrochen sind oder sich die Rahmenbedingungen verschlechtert haben. Für die teilnehmende Kollegin aus der finnischen Partnerorganisation kam die hohe Anzahl der „weiblichen“ Beteiligung an der Umfrage, insbesondere auch der Antworten auf Finnisch (80,6 %) nicht überraschend. Ihrer Meinung nach ist dies eher auch Ausdruck für eine allgemeine Tendenz in Finnland, wo Frauen sich sehr stark für „grüne“ Themen interessieren und bei entsprechenden Abstimmungen und Befragungen mitmachen. Ähnlich äußerte sich der Kollege aus China. Auch dort würden sich Frauen stärker für umwelt- und klimabezogene Themen interessieren als ihre männlichen Counterparts. Die Zahlen aus der Umfrage (79,5 % der Antworten auf Chinesisch waren von jungen Frauen) unterstützen diese Annahme. Überrascht zeigte sich eine der Vertreterinnen aus Estland von dem hohen Zuspruch bei einem Aspekt der Frage nach klimafreundlicherem Verhalten bei einem Auslandsaufenthalt: 72,5 % der Antworten auf Estnisch lassen die Bereitschaft der Jugendlichen erkennen, sich auf eine vegetarische Ernährung einzulassen.

Niemals nach Australien?

Ein Vertreter einer der deutschen Partnerorganisationen  plädierte dafür, die Diskussion der zentralen Projektfrage im Blick zu behalten: Was können Organisationen tun, damit ihre Programme klimafreundlicher werden? Nach Ansicht der Beteiligten lohnt auch ein vertiefter Blick auf die Frage, welche persönlichen Konsequenzen Jugendliche in Kauf nehmen würden, um klimafreundlich mobil zu sein. Wie weit würden sie gehen? Darauf verzichten, jemals nach Australien zu reisen? Das kann im Moment noch niemand beantworten. Vielleicht ergeben sich neue Erkenntnisse dazu in den Fokusgruppen, Diskussionsrunden mit Jugendlichen aus den beteiligten Partnerländern, die im November stattfinden.

Was passiert in den Fokusgruppen?

In den internationalen Fokusgruppen werden die Wissenschaftler*innen der Universität Hildesheim in Gruppengesprächen mit Jugendlichen einzelne Themen und Fragestellungen rund um das Thema Jugendaustausch und Klimawandel vertieft diskutieren. Die Jugendlichen können hierbei ihre eigenen Vorstellungen und Fragen, die sie dazu bewegen, in diese Runden einbringen.

Wie geht es weiter?

Im kommenden Jahr werden die Projektbeteiligten auf Grundlage der Ergebnisse der Jugendbefragung Empfehlungen für die Internationale Jugendarbeit erarbeiten. Bereits jetzt laufen zudem erste Arbeiten an einer Zusammenstellung – einem Mapping – von Praxisbeispielen sowie Informationen zu Rahmenbedingungen und  zentralen Akteuren im Feld der klimasensiblen internationalen Jugendarbeit aus allen beteiligten Ländern.

Die finalen Ergebnisse der Jugendumfrage werden Anfang des kommenden Jahres erwartet. Stay tuned!

Mehr Infos über LEMOCC

Wie können Internationale Jugendarbeit und grenzüberschreitender Austausch nachhaltiger und umweltfreundlicher gestaltet werden?

Über das Thema Nachhaltigkeit

Die Klimadiskussion und die damit verknüpfte Frage, wie Mobilität bei Austausch und Begegnung nachhaltig gestaltet werden kann, bewegt auch IJAB.

Ansprechpartnerinnen
Claudia Mierzowski
Referentin für internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-109
Christiane Reinholz-Asolli
Referentin für internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-112
Anke Müller
Anke Müller
Sachbearbeitung / Assistenz Geschäftsbereichsleitung Internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-103
Ansprechpartnerinnen Mapping
Regina Pfeifer
Projektkoordinatorin Eurodesk
Tel.: 0228 9506-239
Kerstin Wondratschek
Referentin Monitoring / EKCYP
Tel.: 0228 9506-117