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Kommune goes International

Projekte mit Geflüchteten

Methoden der Internationalen Jugendarbeit anwenden

Internationale Jugendarbeit schafft bewusst Anlässe, bei denen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft über Grenzen hinweg treffen und kennenlernen. Aber auch innerhalb Deutschlands entstehen immer neue interkulturelle Begegnungsräume. Wie Methoden aus dem Internationalen bei uns in Projekten mit jungen Geflüchteten angewandt werden können und zu einem friedvollen, toleranten Miteinander beitragen, zeigt eine neue Arbeitshilfe des Projekts Netzwerk Kommune goes International.

06.01.2017 / Carina Feuerriegel

Die Arbeit mit jungen Geflüchteten war und ist für viele haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe ein weitestgehend neues Feld. Zwar sind die Potentiale der interkulturellen Arbeit für die meisten theoretisch nachvollziehbar, in der Praxis stellen sich ihnen jedoch immer wieder Herausforderungen, die verunsichernd und manchmal auch überfordernd sein können. Der Bedarf an Unterstützung und Fortbildungen zur Arbeit mit Geflüchteten ist daher enorm.

Das Netzwerk Kommune goes International (KGI) kommt dieser Nachfrage nach und hat eine  Arbeitshilfe zu Methoden der Internationalen Jugendarbeit für Projekte mit Geflüchteten herausgebracht. Diese Publikation zeigt, wie bewährte Methoden der Arbeit mit internationalen und mehrsprachigen Gruppen speziell für die Zielgruppe der Geflüchteten angepasst werden können.

Vier Themenfelder

In vier Einleitungstexten erfährt der Leser die wichtigsten Grundinformationen zu folgenden Themenfeldern:

  1. Sensibilisierung für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und rassismuskritische Ansätze
  2. Diversitätsorientierte Lernprozesse
  3. Interreligiöser Dialog
  4. Sprachanimation

Anschließend präsentieren die Autorinnen Jana Ehret, Kerstin Giebel, Jane Neugebauer und Carina Feuerriegel exemplarisch jeweils zwei Übungen der Internationalen Jugendarbeit und analysieren sowie interpretieren diese in Hinsicht auf eine Gruppe mit Geflüchteten. Selbstredend handelt es sich um eine exemplarische Auswahl von Methoden – eine Übertragbarkeit von vielen weiteren Übungen aus der Internationalen Jugendarbeit in nationale Kontexte unter Beteiligung von jungen Geflüchteten und jungen Menschen aus Deutschland ist durchaus empfehlenswert. Zahlreiche Tipps zu Studien, Methoden und weiterführender Literatur geben zusätzlich Hinweise auf mögliche Vertiefung der behandelten Themen.

Deutsche und syrische Fachkräfte im Interview

Einen Einblick in die praktische Arbeit mit jungen Geflüchteten im Rahmen eines Modellprojekts der politischen Bildung gibt Eric Wrasse, pädagogischer Leiter der Stiftung Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW). Zusammen mit jungen Geflüchteten hat er eine Seminarleiter*innen-Ausbildung entwickelt, bei der Deutsche und Geflüchtete auf Augenhöhe Workshops entwickeln und durchführen. Zwei syrische Teilnehmende des Modellprojekts, Anas Alkarri und Humam Alkhodari, erzählen ebenfalls in einem Interview von ihren Erfahrungen in Deutschland und geben Tipps, wie Geflüchtete besser an Projekten partizipieren können.

Verwendung der Arbeitshilfe

Die Arbeitshilfe richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte, die mit Menschen unterschiedlicher Herkunft arbeiten. Die Inhalte eignen sich zum einen zur Anwendung in der direkten Arbeit mit Jugendlichen, aber auch zur Sensibilisierung von Fachkräften.

Über das Netzwerk Kommune goes International

Das Netzwerk Kommune goes international (KGI) ist die Anlaufstelle für Kommunen, die gezielt Angebote Internationaler Jugendarbeit lokal aus- und aufbauen möchten. Erfahren sie mehr darüber!

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Ansprechpartnerinnen
Andrea Bruns
Referentin für Internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-102
Elena Neu
Referentin für Internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-105
Irena Shuka
Sachbearbeitung
Tel.: 0228 9506-132