2024 begrüßte das Ministerkomitee die Entscheidung der maltesischen Behörden, im Rahmen ihres Vorsitzes im Ministerkomitee die 10. Konferenz der für Jugend zuständigen Minister*innen in 2025 auszurichten. Die 10. Ministerialkonferenz der für Jugendfragen zuständigen Minister*innen des Europarates fand am 8. und 9. Oktober 2025 in Malta unter dem Titel „Young People for Democracy: Youth Perspectives in Action” mit mehr als 400 Teilnehmenden statt. Der Konferenz vorgeschaltet war das sogenannte Youth Event vom 06. zum 08. Oktober, bei dem junge Teilnehmende ihre Perspektiven austauschen und sich auf die Konferenz vorbereiten konnten.
Auf der Grundlage des Neuen Demokratischen Pakts für Europa (eng. New Democratic Pact for Europe) waren zentrale Ziele der Konferenz:
- Die Schlüsselrolle des Europarats als Akteur für Jugendpolitik innerhalb der Architektur internationaler Organisationen und europäischer Institutionen hervorheben.
- Eine strategische Vision für die zukünftige Arbeit des Jugendsektors des Europarats entwickeln, die auf der Reykjavík-Erklärung aufbaut.
- Jugendperspektiven in der Politikgestaltung stärken, um sicherzustellen, dass junge Menschen aktive Gestalter*innen ihrer eigenen Zukunft auf allen Ebenen Europas sein können.
- Innovative Ansätze der Jugendbeteiligung in demokratischen und zivilgesellschaftlichen Räumen fördern.
- Politikgestaltende Akteure mit Instrumenten unterstützen, um inklusive, jugendorientierte Politiken und Strategien der Jugendarbeit auf lokaler, regionaler, nationaler, europäischer und globaler Ebene zu entwickeln – unter anderem durch zwischenstaatliche Zusammenarbeit im Rahmen des Europarats.
- Die Unterstützung des Europarats für die Ukraine im Bereich Jugend – als Priorität – bekräftigen durch konkrete zwischenstaatliche Aktivitäten und Kooperationen mit nichtstaatlichen Jugendorganisationen und Netzwerken, die die Beteiligung junger Menschen am demokratischen Leben und am Wiederaufbau der Ukraine fördern – insbesondere durch die Weiterentwicklung der Jugendpolitik und Jugendarbeit.
In der Konferenz wurde eine Abschlusserklärung sowie eine Resolution für einen Referenzrahmen zu einer Jugendperspektive verabschiedet. In der Abschlusserklärung verpflichten sich die Mitgliedsstaaten, junge Menschen ins Zentrum der demokratischen Erneuerung Europas zu stellen. Zusammenfassend verpflichten sie sich unter anderem zu folgenden Schwerpunkten:
Schutz der zivilgesellschaftlichen Räume und der Citizenship Education
Die Minister*innen verpflichten sich, die demokratischen Rechte junger Menschen bei Wahlen zu schützen: Meinungs- und Versammlungsfreiheit, Jugendräte sowie entsprechende Strukturen zu stärken – insbesondere dort, wo der zivilgesellschaftliche Raum schrumpft. Sie heben dabei die Bedeutung von Citizenship Education für Friedensförderung und interkulturellen Dialog als Grundlage demokratischer Resilienz hervor.
Ukraine
Fortsetzung der Unterstützung für junge Menschen in der Ukraine, als Priorität, unter anderem mit der Etablierung einer Infrastruktur für junge Menschen und der Reintegration junger Veteran*innen. Die Minister*innen unternehmen erste Schritte zur Einrichtung eines dritten Europäischen Jugendzentrums in der Schwarzmeerregion neben den bestehenden Europäischen Jugendzentren in Straßburg und Budapest.
Klima und Technologie
Die Minister*innen verpflichten sich, das Recht junger Menschen auf eine saubere Umwelt zu verteidigen, jugendgeleitete und -initierte Klimaaktionen zu unterstützen und Risiken neuer Technologien wie künstlicher Intelligenz zu mindern.
Soziale Rechte und Inklusion
Fokus auf junge Menschen, die mit Hürden wie Arbeitslosigkeit, prekärem Wohnraum, unzureichender Gesundheitsversorgung und Diskriminierung konfrontiert sind.
Nächste Schritte
Luxemburg hat angeboten, die nächste Konferenz der für Jugend zuständigen Ministerinnen und Minister im Jahr 2028 auszurichten.
Die Resolution für einen Referenzrahmen des Europarates zu einer Jugendperspektive soll die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, Jugendperspektiven in allen politischen Entscheidungsfeldern zu integrieren mit dem Ziel, „vorausschauende und zukunftsfähige Politiken zu entwickeln, die die Bedürfnisse und die Energie junger Menschen widerspiegeln und auf aktuelle wie zukünftige Herausforderungen reagieren.“ Nina Grmuša, Vorsitzende des Beirats für Jugendfragen und stellvertretende Vorsitzende der Konferenz, bezeichnete den neuen Referenzrahmen als „unser gemeinsames Instrument, um sicherzustellen, dass das Gebot der Jugendbeteiligung in jedem Mitgliedstaat Realität wird.“
Weitere Informationen:
Die Abschlusserklärung der für Jugend zuständigen Minister*innen ist als PDF unter folgendem Link verfügbar: 10th Council of Europe Conference of Ministers responsible for Youth.
Die Resolution für einen Referenzrahmen des Europarates zu einer Jugendperspektive findet sich hier: Resolution on the CoE Rerence Framework on a Youth Perspective.
Quelle: Europarat
