Ezgi Gülistan Gül, Bundesjugendministerin Karin Prien, Präsidentin der 80. Generalversammlung Annalena Baerbock und Samet Beşyaprak (v.l.n.r.) Ezgi Gülistan Gül, Bundesjugendministerin Karin Prien, Präsidentin der 80. Generalversammlung Annalena Baerbock und Samet Beşyaprak (v.l.n.r.)
Ezgi Gülistan Gül, Bundesjugendministerin Karin Prien, Präsidentin der 80. Generalversammlung Annalena Baerbock und Samet Beşyaprak (v.l.n.r.)
Jugendbeteiligung

Zugang zum Recht für Frauen und Mädchen

Youth for CSW: Über die UN-Frauenrechtskommission

Bei der 70. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission (Commission on the Status of Women, CSW) im März 2026 wurde nicht wie sonst üblich im Konsens entschieden, sondern erstmals seit Jahren per Abstimmung: Die USA stimmten gegen die verabschiedeten Schlussfolgerungen zum Schwerpunktthema „Access to Justice“ (Zugang zum Recht). Die deutschen Jugenddelegierten, Ezgi Gülistan Gül und Samet Beşyaprak, berichten im Gespräch mit IJAB, wie sie diesen historischen Moment erlebt haben, was ihre Kernbotschaften waren – und warum echte Jugendbeteiligung für sie mehr bedeutet, als einmal im Jahr angehört zu werden.

20.08.2026 / Natali Petala-Weber

Politisierung durch Biografie

IJAB: Ihr kommt beide aus sehr unterschiedlichen Kontexten. Was hat euch persönlich motiviert, euch als Jugenddelegierte zur Frauenrechtskommission zu bewerben?

Samet Beşyaprak: Ich arbeite seit einigen Jahren zu Antidiskriminierung, mit Fokus auf Rassismus und Gendergerechtigkeit, sowie zu globaler Bildungsungerechtigkeit. Dabei spielt mein biografischer Hintergrund eine große Rolle: Ich komme aus Gelsenkirchen, einer Stadt, die stark von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen ist. Das Aufwachsen in diesen gesellschaftlichen Bedingungen und das Gefühl, politisch nicht teilhaben zu können, waren für mich ein Auslöser für Politisierung. Menschen mit einer biografischen Geschichte wie meiner besetzen solche Positionen noch immer zu selten.

Gleichzeitig habe ich früh erlebt, wie unfair Care-Arbeit in meiner Familie und meinem Umfeld verteilt ist, und durch Freundinnen mitbekommen, wie sie von Sexismus betroffen waren. Auch ich selbst bin mehrfach von Diskriminierung betroffen. Es wäre aber gelogen zu sagen, feministische Arbeit sei mir in die Wiege gelegt worden: Ich komme aus einer Arbeiterfamilie mit starken patriarchalen Strukturen, die ich erst verlernen musste. Es waren oft Frauen in meinem Leben, die mir gezeigt haben, wie es anders geht – wie Frauen und Mädchen benachteiligt werden und welche Strukturen dahinterstehen. Irgendwann habe ich angefangen, mit Freund*innen selbstorganisiert zu Feminismus zu arbeiten. Mein Interesse, mich als Jugenddelegierter zu bewerben, kam nicht nur daher, dass ich ein junger Mensch bin, sondern dass ich ein junger Mann bin. Ein Ziel war es, als „Ally“ (Verbündeter; hier: männliche Person, die sich aktiv für Frauenrechte einsetzt) andere junge Männer mitzuziehen. Gleichzeitig reflektiere ich selbstkritisch, dass ich als Mann diese Position überhaupt einnehme.

Ezgi Gülistan Gül: Ich komme ebenfalls aus einer Arbeiterfamilie mit einer kurdischen Migrationsbiografie. Dadurch war ich schon von Kindesbeinen an für Themen wie Ungleichheit, Menschenrechte und gesellschaftliche Teilhabe politisiert. Geschlechtergerechtigkeit habe ich nie als Nischenthema gesehen, sondern als ein Thema, das unmittelbar mit Menschenrechten verknüpft ist. Durch meine biografischen Bezüge zur kurdischen Community habe ich erlebt, wie stark Frauen gesellschaftliche Veränderungsprozesse tragen können. Die kurdische Frauenbewegung ist eine Grassroots-Bewegung, durch die ich an das Thema herangeführt wurde. Gleichzeitig hatte ich immer das Interesse, auch die institutionelle Ebene kennenzulernen, was mich zu Praktika im Bundestag und bei NGOs geführt hat.

Letztlich habe ich mich für das Jugenddelegiertenamt beworben, weil ich überzeugt bin, dass internationale Politik sehr konkrete Auswirkungen auf die Menschen hat, mit denen ich tagtäglich zu tun habe. Ich wollte diese Anliegen in die Prozesse einbringen und erleben, wie viel junge Menschen in einem Feld bewegen können, das von älteren Generationen dominiert wird – und selten von Menschen mit Migrationsbiografie.

Acht Millionen junge Menschen – aber wie vertreten?

IJAB: Was bedeutet es für euch als deutsche Jungenddelegierte zur UN-Frauenrechtskommission, junge Menschen aus Deutschland zu repräsentieren?

Samet Beşyaprak: Das ist erst einmal eine Mammutaufgabe: Wir sind nur zwei Personen, während gleichzeitig 8,3 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren in Deutschland leben – eine sehr heterogene Gruppe. Deshalb war es uns von Anfang an wichtig, dem Amt eine gewisse Legitimation zu geben, indem wir mit möglichst vielen anderen jungen Menschen sprechen. Ezgi und ich sind selbst akademisch sozialisiert und kommen aus Kontexten, die uns dieses Mandat überhaupt erst ermöglicht haben. Das hat auch viel mit der finanziellen Situation zu tun: Ehrenamt ist in Deutschland immer noch ein großes Privileg. Wir bekommen kein Geld für unser Mandat, und politisches Engagement folgt oft einem Ausschlussprinzip: Manche Menschen können ein solches Mandat aufgrund von vielen Barrieren schlicht nicht übernehmen.

Uns war zugleich bewusst, dass mit dem Amt eine große Verantwortung einhergeht. Deshalb war es uns wichtig, kontinuierlich mit jungen Menschen im Austausch zu sein: Wir haben verschiedene Formate organisiert, um vor allem über das Schwerpunktthema – den Zugang von Frauen und Mädchen zum Recht – und über die Frage zu sprechen, wie strukturelle Barrieren abgebaut werden können. Innerhalb dieser thematischen Eingrenzung konnten wir eigene Schwerpunkte setzen. 

Call for Perspectives: Was junge Menschen einbringen konnten

IJAB: Ihr habt im Vorfeld mit einem von euch organisierten Jugenddialogforum die Stimmen junger Menschen eingesammelt. Was kam dabei heraus und was davon konntet ihr auf UN-Ebene tragen?

Ezgi Gülistan Gül: Die Veranstaltung zum Call for Perspectives wurde sehr gut besucht - von jungen Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen. Das hat uns gefreut, denn gerade das ist entscheidend, wenn wir über Repräsentanz sprechen. Es kamen viele wiederkehrende Themen zur Sprache, mit denen wir uns bereits beschäftigt hatten: digitale Gewalt, Sicherheit im öffentlichen und digitalen Raum, Jugendbeteiligung und Geschlechterstereotype. Der Call hat unsere Prioritäten also nicht ersetzt, sondern eher geschärft und erweitert. Digitale Gewalt war für uns bereits ein großes Thema, und der Dialog hat gezeigt, wie präsent sie tatsächlich im Alltag junger Menschen ist – schließlich ist der digitale Raum für uns junge Menschen ein zentraler Lebensraum.

Wir haben auch viel darüber gesprochen, wie institutionelle Hürden abgebaut und Unterstützungsangebote bekannter gemacht werden können. Diese wiederkehrenden Themen haben wir in unseren UN-Reden und in den verschiedenen Formaten in New York immer wieder aufgegriffen und sichtbar gemacht – ebenso im Gespräch mit Bundesjugendministerin Frau Karin Prien. Wichtig ist uns dabei auch die Nachbereitung über die CSW hinaus, damit diese Themen dauerhaft sichtbar in der Politik bleiben.

Samet Beşyaprak: Mit unseren unterschiedlichen Formaten haben wir auch unterschiedliche Zielgruppen erreicht. Beim Jugenddialogforum etwa waren es Personen, die politische Themen bereits sehr gut selbst einordnen können. Genauso wichtig war es uns aber, mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, die diese Vorkenntnisse nicht mitbringen. Ich habe zum Beispiel einen Workshop in Gelsenkirchen gegeben, in einer 12. Klasse im Pädagogikunterricht, bei dem es allgemeiner um Mädchen- und Frauenrechte ging. Das war sinnvoll, weil sich da ganz andere Lebensrealitäten gezeigt haben und: Junge Menschen sind Expert*innen ihrer eigenen Lebenswelt.

Natürlich sind in Deutschland andere Perspektiven wichtig: Das Thema Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten kam bei uns seltener vor, weil das Bedrohungsszenario hier ein anderes ist, dennoch war es uns ein Anliegen, auch darüber zu sprechen. Vor Ort haben wir gemerkt: Für europäische Staaten war zum Beispiel der Zugang zu reproduktiven und sexuellen Rechten, etwa zu sicheren Abtreibungen, ein großer Punkt. Für andere Staaten war das kein großes Thema oder wurde sogar angegriffen.

Kernbotschaft beim Interactive Youth Dialogue

IJAB: Beim Interactive Youth Dialogue habt ihr eine Rede gehalten und seid mit anderen Mitgliedstaaten in den Austausch gekommen. Welche Kernbotschaft habt ihr in eurer Rede vermittelt?

Ezgi Gülistan Gül: Unsere Rede bei der UN in New York war auf das diesjährige Thema zugeschnitten. Unsere Kernbotschaft war – wie die vieler anderer –, dass Rechte auf dem Papier allein nicht ausreichen und Zugang zum Recht bedeutet, dass Schutz tatsächlich erreichbar sein muss. Wir haben versucht, das anhand realer Geschichten sichtbar zu machen, etwa aus Afghanistan oder zu jesidischen Frauen und Mädchen, die von digitaler Gewalt betroffen sind und für die es keine rechtliche Regulierung gibt. Besonders stark betroffen sind dabei junge Frauen. Nicht zuletzt war unsere Botschaft: Jugendbeteiligung darf nicht symbolisch bleiben. 

Samet Beşyaprak: Zum anderen war unsere Rede ein Appell an die Männer im Raum und darüber hinaus: Wo sind sie, wenn Frauen- und Mädchenrechte angegriffen werden?Als „Agents of Change“ (dt. Akteur*innen des Wandels) müssen sie Fortschritt mit vorantreiben, gerade in den gesellschaftlichen Strukturen, in denen sie Führungspositionen innehaben. In genau dieser Sitzung kam es – ich würde sagen – zu einem historischen Eklat.

Es war schwierig, unsere Anliegen durchzusetzen, (…) weil wir in einer Zeit leben, in der Fortschritte bekämpft werden und es zunehmend darum geht, bereits Erreichtes zu verteidigen. 

Ein historischer Eklat: die Abstimmung bei CSW70

IJAB: Wie habt ihr diesen Moment erlebt und was habt ihr daraus für euch mitgenommen?

Ezgi Gülistan Gül: Wir waren schon im Vorfeld in die Verhandlungen eingebunden, die bereits im Januar begannen. Die deutsche Delegation und das federführende Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatten uns dankenswerterweise sehr gut mitgenommen und wir konnten die Conclusions (Schlussfolgerungen) mit unseren Anliegen kommentieren. Spätestens Ende Februar war absehbar, dass es erstmals zu einer Abstimmung kommen könnte – entsprechend angespannt war die Stimmung. Es war schwierig, unsere Anliegen durchzusetzen, nicht weil das Ministerium sie nicht berücksichtigen wollte, sondern weil wir in einer Zeit leben, in der Fortschritte bekämpft werden und es zunehmend darum geht, bereits Erreichtes zu verteidigen.

Letztlich kam es tatsächlich zur Abstimmung. Das hat gezeigt, dass Geschlechtergerechtigkeit kein Konsens mehr ist. Die USA stimmten dagegen, standen damit aber allein da – das war zumindest ein positives Signal. Trotzdem war es ein ernüchterndes Ergebnis dieser Woche: Es zeigt, wie stark diese Themen inzwischen auch in multilateralen Räumen polarisiert werden und dass Geschlechergerechtigkeit kein Selbstläufer ist.

Deutschland und Europa: Wo drückt der Schuh?

IJAB: Lasst uns von der großen UN-Bühne zurück nach Deutschland und Europa kommen. Wo seht ihr mit den Erfahrungen und der Expertise, die ihr gesammelt habt, aktuell die größten Herausforderungen hier? 

Samet Beşyaprak: 2022 veröffentlichte die UN den Gender Snaphot 2022. Daraus geht bereits hervor, dass die Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) bis 2030 nicht erreicht werden und dass wir bei gleichbleibendem Tempo erst in rund 300 Jahren Geschlechtergerechtigkeit erreichen werden. Das zeigt: Seit der Verabschiedung der Agenda 2030 geht es kaum voran, weltweit nicht und auch in Europa nicht. Auch in Deutschland erleben wir Rückschritte, die Fortschritte stagnieren, gerade im Bereich digitale Gewalt, wo es eigentlich akute Lösungen braucht. Es gibt zwar Gesetze, die in diesem Bereich geplant sind. Wir fragen uns aber, ob noch mehr Policies und Gesetze wirklich die Lösung sind oder ob es mehr Prävention, Arbeit gegen Geschlechterstereotype und mehr Hilfsangebote im Bereich Gewalt gegen Frauen braucht – und das zu einer Zeit, in der Mittel eher gekürzt werden. Das bereitet uns große Sorge. Weltweit ist außerdem ein wichtiges Thema für uns die Verbindung von Krieg, Klima und Konflikten: 44 Millionen Frauen sind davon weltweit betroffen, Tendenz steigend.

Ezgi Gülistan Gül: Was uns in Deutschland auffällt: Es gibt eine starke Bewegung gegen digitale Gewalt. Uns war dabei wichtig, digitale und analoge Gewalt zusammenzudenken, denn digitale Gewalt hat direkte Auswirkungen auf analoge, physische Gewalt gegen Frauen und Mädchen – bis hin zu Femiziden. Hinzu kommt eine Gegenbewegung, die versucht, Frauenrechte gegen vermeintliche „Männerrechte“ auszuspielen und beide Seiten gegeneinander in Stellung zu bringen.
 

Letztlich bedeutet Jugendbeteiligung nicht nur, dass junge Menschen für bestehende Prozesse vorbereitet werden, sondern dass Prozesse so gestaltet werden, dass junge Menschen tatsächlich mitgestalten können. 

Was echte Jugendbeteiligung ausmacht

Samet Beşyaprak: Was ich auf jeden Fall sagen kann, ist, wie sie nicht gelingt: Wenn Jugendlichen nur einmal im Jahr zugehört wird und die Beteiligung am Ende rein symbolisch bleibt. Dafür reicht es auch nicht, wenn immer nur wir die Initiative ergreifen – auch von politischer Seite sollte aktiv auf uns zugegangen werden, nicht nur umgekehrt. Nachhaltig funktionieren kann Jugendbeteiligung nämlich nur, wenn wir frühzeitig eingebunden werden, auch über die CSW hinaus. Und wenn Transparenz darüber besteht, was mit unseren Beiträgen passiert. Idealerweise werden uns dafür auch die benötigten Ressourcen bereitgestellt. Letztlich bedeutet Jugendbeteiligung nicht nur, dass junge Menschen für bestehende Prozesse vorbereitet werden, sondern dass Prozesse so gestaltet werden, dass junge Menschen tatsächlich mitgestalten können.

Ezgi Gülistan Gül: Ich bin da, ehrlich gesagt, zwiegespalten. Wir haben großartige Erfahrungen gemacht, gleichzeitig haben wir – auch im Austausch mit anderen Jugenddelegierten, nicht nur deutschen – die Erfahrung gemacht, dass der Austausch mit vielen Politiker*innen nicht nachhaltig ist, sondern wir eher als Social-Media-Moment wahrgenommen werden. Es braucht einen Perspektivwechsel: Es braucht junge Stimmen in der Politik. 

Auf der anderen Seite braucht es Ressourcen: Wir hätten sehr gerne noch mehr gemacht, etwa Workshops in anderen Bundesländern, um unserer Arbeit mehr Tiefe zu geben – das war aber teilweise nicht förderfähig. Wir haben gesehen, dass andere Staaten ihre Jugenddelegiertenprogramme anders umsetzen oder sogar mehr solcher Programme haben, obwohl sie eine kleinere junge Bevölkerung haben. Das waren für uns sehr gute Beispiele. Ehrenamt ist ein großes Privileg. Solange Ehrenamt nicht finanziell unterstützt wird, zum Beispiel durch eine Aufwandsentschädigung, werden es sich nur bestimmte junge Menschen leisten können. Das wäre eine Möglichkeit, Jugenddelegierten-Mandate einer breiteren Zielgruppe zugänglich zu machen: jungen Menschen, die nicht studiert haben, oder jungen Menschen mit Behinderung.

Samet Beşyaprak: Und es geht nicht darum, ständig zu erklären, warum Jugendbeteiligung wichtig ist, sondern tatsächlich mit am Tisch zu sitzen. Das durften wir zum Beispiel mit der Präsidentin der 80. Generalversammlung, Annalena Baerbock, erleben, mit der wir gemeinsam an einem kleinen Tisch in ihrem Büro saßen und unsere Positionen einbringen konnten. Trotzdem hat man als junger Mensch oft das Gefühl, sich immer wieder neu erkämpfen zu müssen, dass man überhaupt in diese Räume gehört. Genau das ist keine echte Jugendbeteiligung: Wir wollen in diesen Räumen darüber sprechen, wie junge Menschen konkret betroffen sind und was sich ändern muss. 

IJAB: Wie geht es für euch jetzt weiter?

Ezgi Gülistan Gül: Der März 2026 war für mich ausschlaggebend dafür, wie es weitergeht – an Themen wie Demokratie, Minderheitenrechte und Geschlechtergerechtigkeit will ich nicht nur auf Grassroots-Ebene und nicht nur in Deutschland weiterarbeiten, sondern idealerweise auch auf UN-Ebene, im Austausch mit vielen international engagierten Menschen, die man in solchen multilateralen Räumen trifft. Ab September gehe ich für meinen Master nach Genf und ich hoffe, dort weiter in multilateralen Zusammenhängen an diesen Themen arbeiten und mich fachlich weiter professionalisieren zu können.

Samet Beşyaprak: Ich wusste schon vor dem Mandat, dass ich unbedingt in die internationale Zusammenarbeit möchte. Das Mandat hat mir vor allem Selbstbewusstsein gegeben, dass ich in diese Räume gehöre und dass es wichtig ist, dass Menschen aus unterschiedlichen Fachrichtungen in der internationalen Zusammenarbeit arbeiten. Bei mir ist zum Beispiel die Bildungsvermittlung ein konstanter Faden, weil ich in der Antidiskriminierungsarbeit sehr gerne Workshops gebe – das möchte ich beibehalten, mich aber gleichzeitig stärker auf internationale Zusammenarbeit fokussieren und perspektivisch in internationalen Organisationen wie der UN oder der EU arbeiten. Im nächsten Monat beginne ich ein dreimonatiges Praktikum beim DAAD in Kairo. Nach meinem Bachelor, in dem ich über Männlichkeit und Rassifizierung geschrieben habe, werde ich meinen Master voraussichtlich in Erziehungswissenschaft in Berlin beginnen.

IJAB: Vielen Dank für das Gespräch! 

Über das Jugenddelegierten-Programm Youth for CSW

Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) bietet jungen Menschen, die sich in Deutschland aktiv für eine gendergerechte Welt einsetzen, die Gelegenheit, die Arbeit der Vereinten Nationen bei der Frauenrechtskommission (Commission on the Status of Women, CSW) live zu erleben. Während der Sitzung der CSW lernen die beiden ausgewählten „UNA Germany Youth Delegates“ Themen, Akteur*innen sowie Prozesse auf internationaler Ebene intensiv kennen. Sie bringen ihre eigene Expertise ein und knüpfen wichtige Kontakte für ihre weitere Arbeit im nationalen und internationalen Kontext.

Das Programm wird ermöglicht durch die Unterstützung des Auswärtigen Amts und des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Mehr Informationen zur CSW gibt es bei UN Women und bei UN Women Deutschland.

Mehr Informationen zum Programm: Youth for CSW.

Mehr Informationen zu Jugendbeteiligung international auf ijab.de: Jugendbeteiligung international.

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Über Jugendbeteiligung

Jugendliche sollen ihre Meinung äußern und bei politischen oder gesellschaftlichen Entscheidungen, die ihr Lebensumfeld betreffen, mitbestimmen dürfen.