Der Freiwilligendienst ist offen für alle jungen Menschen im Alter von 17 – 30 Jahren, unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund oder der Schulbildung. Vor allem fördert der Europäische Freiwilligendienst durch individuelles Engagement die aktive europäische Bürgerschaft vieler junger Menschen. Viele setzen sich nach ihrem Freiwilligendienst als Multiplikator/-innen für die Europäische Idee ein und tragen gleichzeitig mit ihren Fragen und Wünschen zur Gestaltung des künftigen Europas bei.
Seit dem Start des Programms Erasmus+ JUGEND IN AKTION zum 01.01.2014 ist der Europäische Freiwilligendienst eine Aktivitätsform in der Leitaktion 1 – Lernmobiltät von Einzelpersonen.
Mit dem Europäischen Freiwilligendienst arbeiten und leben junge Menschen für eine bestimmte Zeit in einem gemeinnützigen Projekt im Ausland. Sie sammeln neue Ideen, neue Perspektiven und neue Erfahrungen.
EFD-Projekte finden zu einer Vielzahl von Themen statt. In einem Kinderheim arbeiten oder in einem Nationalpark oder in einem Flüchtlingsprojekt und vielem mehr. Der Europäische Freiwilligendienst kann jungen Menschen wertvolle Kompetenzen vermitteln – und ihnen persönliche wie berufliche Orientierung geben. Möglich sind individuelle wie Gruppenfreiwilligendienste. Die Freiwilligentätigkeit muss dabei in einem ausgewogenen Verhältnis von Lernen und Arbeiten stehen. Der EFD ist dabei ein wirklicher Lerndienst – das heißt, er ist kein Ersatz für einen Arbeitsplatz oder ein Praktikum im Rahmen einer Ausbildung.
Vom interkulturellen Austausch profitieren nicht nur die Freiwilligen, sondern auch die beteiligten Organisationen, die ihr Europäisches Netzwerk stärken können, und das lokale Umfeld.
Der EFD richtet sich an alle Jugendlichen zwischen 17 und 30 Jahren. Für die Jugendlichen ist der EFD kostenlos, lediglich ein Beitrag zu den Reisekosten kann erhoben werden. Eine prioritäre Zielgruppe sind junge Menschen mit geringeren Möglichkeiten. In der Regel dauert ein EFD zwischen zwei und zwölf Monaten. Kürzere Projekte ab zwei Wochen sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Vor, während und nach Beendigung ihres Dienstes werden die Freiwilligen pädagogisch begleitet. Es gibt Ausreiseseminare im Heimatland sowie ein Einführungstraining und ein Zwischentreffen im Gastland. Nach der Beendigung des Freiwilligendienstes werden die Freiwilligen zu einem Rückkehrevent in ihrem Heimatland eingeladen.
Außer der Altersbegrenzung gibt es keine weiteren Zugangsbeschränkungen. Ein bestimmter Bildungsabschluss oder Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich.
Der EFD basiert auf einer stabilen Partnerschaft zwischen den Freiwilligen, sowie einer Entsende- und einer Aufnahmeorganisation. Alle Organisationen, die sich am EFD beteiligen, müssen eine gültige Akkreditierung besitzen. Im Rahmen der Akkreditierung wird bewertet, ob Organisationen in der Lage sind, EFD-Projekte programmgemäß umzusetzen. Die Akkreditierung dient somit vor allem der Qualitätssicherung. Die akkreditierten und damit für den EFD anerkannten Projekte sind in einer Datenbank auf dem European Youth Portal zu finden. In Griechenland gibt es insgesamt 87 Organisationen, die sich als Aufnahme- und Entsendeorganisation im Europäischen Freiwilligendienst beteiligen. In den vergangenen Jahren waren im Durchschnitt jährlich 30 deutsche Jugendliche in Griechenland als Europäische Freiwillige tätig und etwa 10 griechische Jugendliche in Deutschland.
Die Finanzierung des Dienstes erfolgt in erster Linie über Festbeträge und Pauschalen. Gefördert werden internationale Reisekosten und organisatorische Kosten, das sind alle Kosten, die mit der Durchführung des Freiwilligendienstes verbunden sind sowie das monatliche Taschengeld für die Freiwilligen. Zur Unterstützung des Spracherwerbs stehen online-Sprachkurse bereit. Für Freiwillige mit weniger Chancen oder Freiwillige mit Behinderung könnten darüber hinaus zusätzliche Kosten bewilligt werden.
Griechenland ist bereits seit der Pilotaktion 1996 als Programmland im Europäischen Freiwilligendienst aktiv. Der erste Referatsleiter in der EU-Kommission, zuständig für den EFD während der Pilotaktion 1997/1998, Alekos Tsolakis, war aus Griechenland.
Derzeit erfolgt in Griechenland eine Umstrukturierung in der Organisation des EU-Programms. Das Management des Programms Erasmus+ JUGEND IN AKTION, welches bisher in der Stiftung Jugend & Lebenslanges Lernen (INEDIVIM) verortet war, soll künftig unter dem Dach der Staatlichen Stipendienstiftung (IKY) in Form einer eigenen Nationalagentur umgesetzt werden. Während der Umstellungsphase ist die Förderung von EFD-Projekten durch die griechische Seite nicht möglich. Wenn daher EFD-Projekte zwischen deutschen und griechischen Organisationen geplant sind, können die Anträge hierfür bei JUGEND für Europa, der Nationalen Agentur für das EU-Programm Erasmus+ JUGEND in Aktion in Bonn gestellt werden.
Auf der Internetseite Erasmus+ JUGEND IN AKTION sind sowohl Informationen als auch Dokumente und Hinweise zur Antragstellung für den EFD hinterlegt. Die Antragstellung erfolgt nur noch online.
Informationen für junge Leute zum EFD bietet die Seite www.go4europe.de.
Griechenland-Special
Fakten, Förderung, Kontakte
Berufliche Bildung und Jugendarbeitslosigkeit
- Tobias Wolfgarten (BIBB): Deutsch-Griechische Kooperation in der Berufsbildung – Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Herausforderungen
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Kulturelle Bildung
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Politische Bildung
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- Interview mit dem Jugendarbeiter Panos Poulos: „Das Erste, was unter der Wirtschaftskrise leidet, ist die Zivilgesellschaft“
- Youthnet Hellas: „Die Situation ist für die Jugend alles andere als rosig“
- Zwischen Staat und Gesellschaft – Jugendorganisationen in Griechenland
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