During working day next to windmill
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Wir sind glücklich zusammen

Unvergessliche 2 Wochen in einem Workcamp

Eines der wenigen analogen Workcamps 2020 fand vom 8. bis 22. August in Glücksburg statt. Eine Begrenzung der Teilnehmenden auf zehn Personen, die Unterbringung in eigenen Zelten sowie die Einhaltung weiterer Hygieneregeln ermöglichte es SCI (Service Civil International - Deutscher Zweig e.V.) unter dem Titel „Sun+Wind=Power?!“ zumindest eines von üblicherweise zwei jährlichen Workcamps bei „artefact“ im hohen Norden Deutschlands durchzuführen. Campleiterinnen Dorothea Zimmer und Nataliia Beketova haben für IJAB einen Bericht verfasst.

15.10.2020 / Dorothea Zimmer und Nataliia Beketova

Nahe der dänischen Grenze, an der Flensburger Förde, befindet sich die nördlichste Stadt Deutschlands. Glücksburg ist nicht nur für sein prunkvolles Schloss oder seine Ostseelage bei Touristen bekannt, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass sich dort der erste Energie-Erlebnis-Park Deutschlands befindet, der auf interaktive Art die Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien veranschaulicht.

Das Zentrum für nachhaltige Entwicklung „artefact“ betreibt ein in Lehmarchitektur gebautes Gästehaus und den Energie-Erlebnispark für Jugend- und Seminargruppen, führt Projekttage zu globalem Lernen durch und informiert über die Themenfelder erneuerbare Energien, nachhaltiges Bauen und Wasserversorgung. Die Gebäude des Zentrums, die komplett mit erneuerbaren Energien versorgt werden, der Energiepark sowie der Naturerlebnisraum müssen immer wieder instandgesetzt und durch neue Stationen erweitert werden, um für Besucher*innen attraktiv zu bleiben.

Neben verschiedenen kleineren Arbeiten rund um das Artefact-Gelände ging es in diesem Jahr vor allem darum, ein Insektenhotel zu bauen, das gleichzeitig als Lärmschutzwand dient. Die Freiwilligen aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der Ukraine, Rumänien und Finnland ergänzten sich in ihren Fähigkeiten und Kompetenzen und ermöglichten uns so, weitere vielfältige Arbeiten auf dem Gelände durchzuführen: Wir überprüften Solaranlagen und nahmen bei Bedarf Reparaturen vor, entfernten schädliche Pflanzen und nahmen Instandsetzungen in und um den Powerpark vor. Dabei reparierten wir beispielsweise eine Windmühle und konnten eine Wasserpumpe wieder in Betrieb nehmen.

Neben dieser abwechslungsreichen Arbeit auf dem Gelände beschäftigten uns in Gesprächen oder Diskussionen unterschiedlichste Fragen und Perspektiven zu den Themen vegetarische Ernährung und Klimawandel, Stereotypen, Kulturbegriff, Rassismus und Homophobie. Die digitale Vernetzung via Zoom-Meetings mit einem parallel stattfindenden Workcamp in Finnland ermöglichte es uns, den internationalen Austausch zu fördern und neue Impulse über physische Grenzen hinaus zu gewinnen.

Auch durch ein sehr ausgewogenes und abwechslungsreiches Freizeit-Programm und die Wochenendgestaltung werden die zwei Wochen allen Teilnehmenden in bester Erinnerung bleiben. Nach der Arbeit nutzten wir oft die Möglichkeit, uns im fußläufig erreichbaren Meer abzukühlen. Verschiedene Teamspiele, gemeinsames Meditieren, Tanzen, Yoga, ein Impro-Theater-Workshop, Spieleabende und Lagerfeuerabende schweißten uns als Gruppe zusammen. Am Wochenende fuhren wir mit dem Schiff nach Flensburg, besichtigten das Schloss Glücksburg, erkundeten mit dem Fahrrad die Halbinsel Holnis und besuchten den nördlichsten Punkt an der deutschen Ostseeküste. Nicht zu vergessen ist unsere Leidenschaft fürs Kochen, die darin gipfelte, ein eigenes Kochbuch mit Rezepten zu erstellen, die wir während der zwei Wochen zusammen genossen hatten. So erinnern uns auch nach der gemeinsamen Zeit die Pizza aus dem Holzofen, finnische Karelian Pies, belgischer Gateau au Chocolat, schweizer Macaroni aus den Alpen, und niederländisch/indonesisches Nasi Goreng immer wieder zurück an die unvergesslichen zwei Wochen.

Group picture at the end of the camp
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During working day next to windmill
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Insect hotel - main outcome of the workcamp
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After fixing solar penals
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Cooking Finnish dish
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Zoom meeting with WC in Finland
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Fixing solar penals
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Feedback der Teilnehmenden

"I feel enriched by the whole experience, leaving the camp, way happier than I arrived. The whole group was fantastic, all special and complex in their own way. They, together with the work we did and the time we enjoyed with each other, makes me feel like I have to leave HOME in order to go home and I am incredibly grateful for how desperately sad I am that this is coming to an end. Glücksburg meant “walking bare feet” in every possible way and I think the self (Estera) they got to meet was more authentic than ever before! I “blame” J  SCI for it all, may you enable this for many more!" Estera, 25, Romania

"Participating in a workcamp can always be a challenge, especially when it us your first one. But in the end you will have accomplished something and can be proud of it!" Alexandra, 18, Germany

’I think that these types of work camps represent an incredible opportunity to broaden your way of thinking. These types of projects might be one of the best way to create real connections between individuals with different backgrounds. Workcamps bring people together as they all come to work on a common project."Anonymous

’I learned so much and I am so enriched by this experience in every possible way. I loved working and using all the tools, I loved the project and its history, I love being part of it and have an impact on the local community, I also loved the people and how special they were.’’ Anonymous

Feedback der Campleiterin

The workcamp in Glücksburg was the first workcamp I coordinated offline. To say for truth, it exceeded all my expectation: helpful co-campleader, motivated volunteers, picturesque location and well-organized project itself made these 2 weeksabsolutely outstanding! I am blessed and wish all the people to gain such experience which inspires you to keep doing volunteering for peace. Nataliia Beketova, Campleader (LTV, Outgoing Placement Officer in SCI-Germany’s office)

Themenschwerpunkt Coronavirus

Reisewarnungen und Kontaktbeschränkungen bedingt durch das Coronavirus stellen die Internationale Jugendarbeit aktuell vor große Herausforderungen.