Mediennutzung prägt den Alltag junger Menschen – in Deutschland ebenso wie in der Türkei. Jugendliche nutzen digitale Plattformen nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch als Räume der Selbstverwirklichung, der Informationsbeschaffung und des sozialen Austauschs. Diese digitalen Lebenswelten eröffnen Chancen für Partizipation und Selbstbestimmung, stellen Fachkräfte der Jugendarbeit jedoch auch vor Herausforderungen: Medienabhängigkeit, Cybermobbing, Hate Speech und Vereinsamung sind Themen, die in beiden Ländern relevant sind.
In der Türkei verläuft die Digitalisierung besonders dynamisch: Über 86 % der Bevölkerung nutzt regelmäßig das Internet, und soziale Medien haben klassische Informationskanäle wie das Fernsehen vielfach abgelöst. Auch in Deutschland ist die Förderung von Medienkompetenz seit Jahren ein jugendpolitisches Anliegen.
Gleichzeitig erleben viele Fachkräfte in Deutschland die Türkei bislang vor allem als Herkunftsland ihrer jungen Klient*innen. Weniger bekannt sind ihnen die Jugendkultur, Medienwelten und pädagogischen Ansätze vor Ort. Hier setzt das Fachprogramm an: Es schafft persönliche Zugänge zu Kolleg*innen aus der türkischen Jugendarbeit und ermöglicht einen Perspektivwechsel, der die eigene Praxis nachhaltig bereichern kann. Die Begegnung auf Augenhöhe fördert den fachlichen Austausch und die gemeinsame Reflexion aktueller Herausforderungen.
Die Veranstaltung im Mai ist die Rückbegegnung der deutschen und türkischen Fachkräftegruppe, welche sich 2025 in Ankara getroffen hatte. Die Teilnehmenden kommen wieder in Frankfurt am Main zusammen, um die gemachten Erfahrungen zu reflektieren, die Ansätze der Medienarbeit in Deutschland kennenzulernen und neue Strategien für die eigene Arbeit zu entwickeln. Ziel ist es, internationale Jugendarbeit als Lern- und Erfahrungsraum zu nutzen und neue Impulse für die pädagogische Praxis in Deutschland zu gewinnen – insbesondere für die Arbeit mit Jugendlichen mit Bezügen zur Türkei.