Die Konferenz, die im Dezember 2025 im Europäischen Jugendzentrum in Straßburg stattfand, brachte rund 80 Fachkräfte der Jugendarbeit, Forschende und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft aus 20 Ländern und drei Kontinenten zusammen. Ihr gemeinsames Ziel war es zu untersuchen, wie Jugendarbeit dazu beitragen kann, demokratische Werte zu verteidigen und junge Menschen zu befähigen, sich aktiv in der Gesellschaft zu engagieren.
Ein Beitrag zur richtigen Zeit
Der Bericht erscheint zu einem kritischen Zeitpunkt. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Demokratien weltweit zurückgegangen, und in vielen Ländern hat sich der zivilgesellschaftliche Raum verkleinert. Diese Entwicklungen wirken sich direkt auf die Jugendarbeit aus, die größtenteils innerhalb der Zivilgesellschaft stattfindet und auf ein offenes demokratisches Umfeld angewiesen ist. Die Teilnehmenden der Konferenz berichteten von ähnlichen Herausforderungen in sehr unterschiedlichen Kontexten: zunehmender politischer Druck auf zivilgesellschaftliche Organisationen, Kürzungen der Finanzmittel, zunehmende Desinformation und Versuche, demokratische Werte und Menschenrechte zu diskreditieren.
Jugendarbeit: Eine Grundlage für Demokratie
Trotz dieser Herausforderungen hat die Konferenz gezeigt, dass Jugendarbeit nach wie vor ein wichtiger Motor für demokratische Teilhabe ist. Durch ein breites Spektrum an Aktivitäten – von politischer Bildung und kulturellen Initiativen bis hin zu Sport, digitalem Engagement und lokaler Jugendpolitik – schaffen Jugendorganisationen Räume, in denen junge Menschen lernen, sich zu beteiligen, zusammenzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Viele Teilnehmende betonten, dass Jugendarbeit dort beginnt, wo auch die Demokratie ihren Ursprung hat: auf lokaler Ebene, in der direkten Begegnung zwischen Menschen. Die Konferenz hob auch die Kreativität und Widerstandsfähigkeit von Jugendorganisationen weltweit hervor, darunter Initiativen, die ihre Arbeit unter extrem schwierigen politischen Bedingungen oder sogar im Exil fortsetzen.
Erkenntnisse und Handlungsansätze
Der Bericht fasst die wichtigsten Diskussionen und Erkenntnisse der Konferenz zusammen. Anstatt jeden Programmpunkt einzeln zu dokumentieren, identifiziert er wichtige Themen und Erkenntnisse, darunter
- den weltweiten Rückgang des demokratischen Raums und die Auswirkungen auf die Jugendarbeit
- die Bedeutung einer starken und unabhängigen Zivilgesellschaft
- innovative Praktiken, die Jugendbeteiligung mit Demokratie verbinden
- Strategien zur Bekämpfung von Desinformation und antidemokratischen Narrativen
- die Notwendigkeit einer stärkeren strukturellen Unterstützung und nachhaltigen Finanzierung der Jugendarbeit.
Samen, die Unterstützung brauchen
Eine zentrale Botschaft des Berichts lautet, dass Jugendarbeit eine entscheidende Rolle bei der Förderung der demokratischen Kultur unter jungen Menschen spielt – dies jedoch nicht allein leisten kann. Zivilgesellschaftliche Organisationen benötigen unterstützende politische Rahmenbedingungen, verlässliche Ressourcen und internationale Zusammenarbeit, um ihre Arbeit effektiv umzusetzen. Wie der Bericht abschließend feststellt, muss Demokratie von jeder Generation neu gestaltet werden. Jugendarbeit als Form der non-formalen Bildung und des bürgerschaftlichen Engagements trägt dazu bei, dies zu ermöglichen.
Der englischsprachige Konferenzbericht ist jetzt verfügbar und bietet Einblicke, Inspiration und praktische Ideen für alle, die daran interessiert sind, Demokratie durch Jugendarbeit zu stärken.







