Ein gemeinsames Ziel: Verstehen, vernetzen, handeln
Die Konferenz richtete sich an engagierte junge Menschen und Fachkräfte, die sich in der Jugend- und Sozialarbeit sowie in zivilgesellschaftlichen Organisationen für Demokratie einsetzen – oft unter schwierigen politischen Bedingungen. Im Mittelpunkt standen drei klare Ziele:
- Catching Up with Reality: Die Realität des demokratischen Rückbaus (Backsliding) verstehen und analysieren.
- Creating Solidarity: Voneinander lernen und Solidarität über Grenzen hinweg stärken.
- Taking Action: Akteure befähigen, demokratische Strukturen aktiv zu schützen und weiterzuentwickeln.
Schon zum Auftakt wurde deutlich: Der Jugendsektor spielt eine entscheidende Rolle bei der Revitalisierung demokratischer Prozesse in Europa.
Demokratie unter Druck: Globale Analyse und europäische Realität
Nach den Eröffnungsstatements berichteten Teilnehmende in sechs Arbeitsgruppen von ihren Erfahrungen vor Ort. Das Bild war oft besorgniserregend: schwindende Freiräume, bürokratische Hürden für zivilgesellschaftliche Arbeit und zunehmender politischer Druck. Trotz regionaler Unterschiede verband alle die zentrale Frage: Wie können junge Menschen demokratische Räume verteidigen, wenn diese systematisch eingeschränkt werden?
In seiner Keynote lieferte Prof. Staffan I. Lindberg (V-Dem Institute) die wissenschaftliche Einordnung dazu. Sein prägnanter Befund aus dem aktuellen Demokratiebericht: „There have never been more countries autocratizing than now, not even in the 1930s.“
Lindberg skizzierte typische Muster demokratischer Erosion – vom Ausschalten kritischer Medien über die Schwächung der Zivilgesellschaft bis hin zur gezielten Verunsicherung durch Desinformation. Sein Appell hallte wie ein Leitmotiv durch die Konferenz: „Democracy protection is something very different from democracy support – let’s get to work!“ Demokratie brauche aktiven Schutz, klare Haltung und gemeinsame Verantwortung.


































































































