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Probieren, probieren, probieren!

Digital-Labor DIY² gestartet

Die Corona-Pandemie zwingt viele Träger zu Online-Formaten. Entsteht dabei gerade eine neue Form des Austauschs, die auch zukünftig Bestand haben wird? Das hängt nicht zuletzt davon ab, ob es gelingt, Methoden zu finden, die die Möglichkeiten des digitalen Raums und vorhandene Tools intelligent verknüpfen. Mit der neuen Mitmach-Reihe – Do-It-Yourself in Digital International Youth Work, kurz DIY² – möchte IJAB dabei unterstützen, die Möglichkeiten der Online-Welt aktiv zu erkunden. Den Anfang machte am 11. März ein „Labor“ zur Online-Sprachanimation.

17.03.2021 / Christian Herrmann, Ulrike Werner und Natali Petala-Weber

Sprachanimation hat sich seit langem im internationalen Jugendaustausch bewährt. Sie ermöglicht spielerisch den Zugang zu einer fremden Sprache, baut Hemmungen ab und liefert Anlässe zur Kommunikation. Die bilateralen Jugendwerke und Koordinierungsstellen haben dazu jeweils eigene Schulungsmaterialien erstellt. IJAB hat die Methode für den deutsch-griechischen Jugendaustausch zugänglich gemacht, ist der Frage nachgegangen, wie Sprachanimation inklusiv gedacht und gestaltet werden kann und hat zuletzt eine Arbeitshilfe entwickelt, die die Spezifika des digitalen Raums berücksichtigt.

Typischerweise spielt der analoge Raum eine wichtige Rolle bei der Sprachanimation. Bei den spielerischen Übungen bewegt man sich durch ihn hindurch, interagiert, nutztGegenstände und Objekte. Was, wenn das nicht möglich ist? Man macht sich die Möglichkeiten des Mediums zunutze – im Fall des DIY²-Labors eines Zoom-Meetings.

Die IJAB-Moderatorinnen begannen das Labor mit einem Ice-Breaker. „Wer ist uns aus dem Süden des Landes zugeschaltet?“, fragten sie. Wer die Frage mit ja beantworten kann, lässt seine Kamera weiterlaufen, wer sie verneint stellt die Videofunktion kurzfristig aus.

Dann folgte auch schon der Einstieg ins Thema. IJAB-Referentin Bettina Wissing gab einen kurzen, profunden Einblick in einige der Möglichkeiten und Besonderheiten der Sprachanimation im digitalen Raum, bevor die Teilnehmenden drei verschiedene Methoden selbst ausprobieren konnten. Alle kennen das Spiel Memory: Karten, davon jeweils zwei identische, liegen mit der Bildseite nach unten auf einem Tisch. Wer die Paare findet, kommt im Spiel voran. Internationalismen eignen sich besonders für Sprachanimation, denn sie vermitteln die Erkenntnis, dass nicht alles in der Sprache des Partners wirklich fremd ist. Das deutsche Wort Musik und das griechische musikí bilden solch ein Wortpaar, das sich auch für Memory nutzen lässt – nur dass nicht mit Karten gespielt wird. Mitspielerinnen und Mitspieler agieren anstelle der Karten und zu ihrem jeweiligen Wort muss das passende Wortpaar gefunden werden. Im DIY²-Labor funktionierte dieses Spiel ziemlich gut. Eine Erkenntnis dabei: Ganz wie im wirklichen Leben sind es die Fehler und Unzulänglichkeiten, die für Heiterkeit sorgen. Online-Formate können also sehr viel Spaß machen – vorausgesetzt Software und Methoden greifen gut ineinander. Dafür sollen in den kommenden Monaten weitere Beispiele gesucht und gefunden werden.

Das DIY²-Labor hat gezeigt, wie Sprachanimation online wirken kann und eine Diskussion darüber angeregt, welche Faktoren bedacht werden müssen, damit dies auf optimale Weise gelingt. Eine Herausforderung im digitalen Raum ist zum Beispiel, dass sich die gruppendynamischen Prozesse anders entwickeln, ein Gespür dafür oft nicht ganz leichtfällt und daher gezielt Methoden angewandt werden müssen, die dieses Element aufgreifen. Die Teilnehmenden haben beim Spielen auch einen praktischen Einblick erhalten, was im Vorfeld konzeptionell bedacht werden muss, damit niemand während der Übungen ausgeschlossen wird. Dafür ist vor allem eine gute Kenntnis der genutzten Tools, aber auch der Teilnehmenden sowie ein Probelauf im Voraus wichtig. Für Online-Formate ist nicht selten eine höhere Flexibilität im Spielablauf nötig, wenn zum Beispiel plötzlich eine Kamera oder eine andere Funktion ausfällt.

Die Reihe der DIY²-Labore wird fortgesetzt. Das nächste DIY²-Labor findet am 25. März zum Thema Experimentieren in und mit Wonder statt. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

Die DIY²–Labore leben vom gemeinsamen Experimentieren. Wer Themenvorschläge für weitere Labore hat oder seine eigenen Ideen und Erfahrungen einbringen möchte, kann ein Online-Formular nutzen.

INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0
Dieses Werk ist lizenziert unter einer INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0 Lizenz.
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Über Internationale Jugendarbeit.digital

Wie können digitale und hybride Formate so in die vorhandene Methodik der Internationalen Jugendarbeit integriert werden, dass die Lerneffekte erhalten bleiben oder sogar erweitert werden? Welche Qualitätsstandards sind dafür notwendig?

Ansprechpartnerinnen
Ulrike Werner
Referentin
Qualifizierung und Weiterentwicklung der Internationalen Jugendarbeit
Tel.: 0228 9506-230
Natali Petala-Weber
Referentin für internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-201