Ein Mädchen in Jeans steht vor einem us-amerikanischen Schulbus. Ein Mädchen in Jeans steht vor einem us-amerikanischen Schulbus.
USA-Special 2022

Der Schüleraustausch mit den USA hat Tradition

Schüleraustausch

Der langfristige Jugend- und Schüleraustausch mit den USA hat bei AJA, dem Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch, und seinen Mitgliedsorganisationen eine lange Tradition. Getragen von dem Gedanken, durch Austausch mit dem ehemaligen Kriegsgegner zur Versöhnung und einem friedlichen Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft beizutragen, fanden die ersten, zumeist ehrenamtlich organisierten transatlantischen Austausche bereits vor mehr als 80 Jahren statt.

25.02.2022 / Anna Wasielewski, AJA – Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch

Die damaligen Pioniere des gemeinnützigen Schüleraustauschs haben sich über die Jahre zu international vernetzen Organisationen entwickelt. Heute ermöglichen die AJA-Organi­sationen jährlich rund 4.000 Schülerinnen und Schülern aus Deutschland einen langfristigen Austausch (Schulhalbjahr oder Schuljahr) in über 50 Ländern weltweit.

Austausch ist dabei auch keine Einbahnstraße: Rund 2.000 Schülerinnen und Schüler aus aller Welt kommen jährlich über die AJA-Organisa­tionen nach Deutschland und machen inter­kulturelle Erfahrungen für die Gastfamilien auch ohne Auslandsaufenthalt möglich. Unter­stützt werden die Geschäftsstellen der AJA-Mit­glieder dabei von einem Netzwerk von rund 10.000 ehrenamtlichen Kolleginnen und Kol­legen.

Die Programme der AJA-Organisationen sind als non-formale interkulturelle Lernprogramme angelegt, durch die Jugendlichen zahlreiche persönliche und interkulturelle Kompetenzen vermittelt werden. Dies wird durch die inten­sive Vor- und Nachbereitung des Austausches sowie pädagogische Begleitung unterstützt. So leisten die AJA-Organisationen seit vielen Jahrzehnten mit ihren Austauschprogrammen einen wichtigen Beitrag zur internationalen Verständigung und Stär­kung der Zivilgesellschaft sowie zur Friedens- und Demokratieerziehung.

Trotz der mittlerweile großen Ländervielfalt hat der Austausch mit den USA in den AJA-Orga­nisationen nach wie vor einen besonderen Stellenwert. Die USA sind Austauschland Nr. 1 für Jugendliche in Deutschland, die Teilneh­mendenzahlen befinden sich seit Jahren auf einem ähnlich hohen Niveau, wie der im Juni 2021 erstmals veröffentlichte Datenreport des AJA zeigt.

Jährlich absolvieren rund 40 Prozent aller Teilnehmenden an den AJA-Austausch­programmen ihr Austausch(halb-)jahr in den USA. Seit 2010 waren fast 14.000 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland über die AJA-Organisationen in den USA.

Teilnehmendenzahlen der Ausreise (Sending) und Aufnahme (Hosting) im Zeitraumvon 2010 – 2020 pro Land.

Die Besonderheit der Beziehung zwischen den beiden Ländern spiegelt sich auch im Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) wider. Seit 1983 übernehmen der Deutsche Bundestag und der US-Kongress mit diesem Vollstipendium jährlich die Kosten für das transatlantische Austauschjahr für rund 300 Jugendliche aus den USA und Deutschland, die als Juniorbotschafter*innen ihr Land repräsentieren. Auch junge Berufstätige werden über das Programm unterstützt. Fünf der AJA-Organisationen sind vom Deutschen Bundestag seit vielen Jahren mit der Umsetzung des PPP-Stipendienprogramms betraut.

Auf US-amerikanischer Seite arbeiten die AJA-Organisationen je nach Organisationsstruktur mit Partnerorganisationen aus ihrem eigenen Netzwerk oder mit externen Partnerorganisationen zusammen. Diese sind u. a. für die Platzierungen der Gastschüler und Gastschülerinnen aus Deutschland verantwortlich und übernehmen auch die Betreuung vor Ort. Nicht zuletzt in der Corona-Pandemie hat sich der Wert dieses stabilen internationalen Netzwerkes gezeigt.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Herausforderungen wie der Klimakrise und antidemokratischen Entwicklungen in zahlreichen Ländern weltweit wird deutlich, dass die Gründungsidee der AJA-Organisationen nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hat. Der langfristige individuelle Schüleraustausch mit den USA bleibt auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil der internationalen Jugendarbeit.

Der Arbeitskreis im Netz
aja-org.de

Zur Autorin: Anna Wasielewski ist Teil der Geschäftsleitung bei AJA, dem Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch.

Ein Junge auf einem Fahrrad und ein laufendes Mädchen mit US-Flaggen
USA-Special 2022
Deutsch-US-amerikanischer Jugendaustausch

Die Autor*innen und Interviewpartner*innen im USA-Special zeigen, dass sich ein transatlantischer Austausch für alle Beteiligten lohnt, allen voran für Jugendliche.

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Nahaufnahme der US-amerikanischen Flagge
Über die Zusammenarbeit mit den USA

IJAB unterstützt, gefördert durch das BMFSFJ, die Intensivierung von Aktivitäten im Bereich des Jugend- und Fachkräfteaustauschs mit den USA und führt ein Fortbildungs- und ein Praktikumsprogramm durch.

Ansprechpersonen
Elena Neu
Referentin für internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-105
Natali Petala-Weber
Referentin für internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-201
Cathrin Piesche
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Julia Weber
Sachbearbeitung
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