Imece bedeutet auf Türkisch „gegenseitige Hilfe“ und ist ein wichtiges Prinzip nachbarschaftlichen Miteinanders in der türkischen Gesellschaft. Seit 2015 sorgt IMECE dafür, dass der Gesprächsfaden zwischen türkischer und deutscher Jugendarbeit und Zivilgesellschaft nicht abreißt, dass die Träger zusammenfinden und neue gemeinsame Projektideen entstehen. Dabei setzen die Veranstaltungen immer wieder neue Schwerpunkte. In diesem Jahr waren Tandems eingeladen, also Partner, die bereits auf eine längere bilaterale Zusammenarbeit zurückblicken und zugleich den Radius ihrer Kooperation erweitern möchten. Mit im Boot des Veranstalterkonsortiums sind die Nationalen Agenturen für Erasmus+ JUGEND aus den beiden Partnerländern, die Deutsch-Türkische Jugendbrücke und IJAB.
Aufs Vertrauen kommt es an
Der erste Arbeitstag ist ein Findungstag und eine Gelegenheit, sich kennen zu lernen. Die Teilnehmer*innen werden in Gruppen aufgeteilt und bekommen den Auftrag, aus Karton und Luftballons eine Jugendarbeiter*in zu bauen – jede Gruppe getrennt voneinander immer nur ein Körperteil. Am Schluss soll die Person zusammengefügt werden. Das geht mit viel Gelächter einher und zeigt Parallelen zur Projektarbeit auf: Einige übernehmen sofort die Initiative, andere wollen erstmal überlegen, wieder andere sind eher Beobachter. In der Reflexion fühlen sich viele an das gemeinsame Schreiben von Projektanträgen erinnert. Aber: Die Einzelteile fügen sich zu einem Ganzen zusammen. Ein großes Herz hat der Jugendarbeiter. Und: Er entstand aus dem Vertrauen heraus, dass alle ihre Arbeit tun werden, alle ihren Beitrag leisten werden.
Wer sind die anderen?
Der Rest des Tages besteht aus der Präsentation der beteiligten Organisationen und ihrer Projekte. Die Teilnehmer*innen wollen miteinander ins Gespräch kommen. Die Vielfalt der Träger deckt eine erstaunliche Bandbreite ab. Es sind größere und kleinere Vereine, Jugendorganisationen, Jugendzentren, Schulen, Berufsschulen, NGOs und sogar eine Universität. Für die meisten ist die deutsch-türkische Verbindung nur einer von vielen Kontakten in die ganze Welt. Fast alle möchten diese Kontakte erweitern. Die Suche nach Partnern und der Raum über neue Projekte nachzudenken, erwies sich in der Vorbereitung der Veranstaltung als ein immer wieder geäußerter Wunsch der Teilnehmer*innen.
Ebenso eindrucksvoll wie die Trägervielfalt, ist das Spektrum der Themen, die sie in Jugendaustauschen und in ihrer Arbeit vor Ort behandeln. Es reicht von politischer Bildung und Demokratie bis zum Sport, von geistiger Gesundheit bis Migration, von Genderfragen bis Medienkompetenz. Das bietet viele Anlässe miteinander ins Gespräch zu kommen.
Vor den Teilnehmer*innen liegt nun ein umfangreiches Programm. Neben Förderinformationen und dem Kennenlernen der Jugendstrukturen beider Länder, stehen Workshops, Besuche bei zwei Trägern vor Ort und ein interkultureller Stadtrundgang in Köln an. Kern der diesjährigen Zusammenarbeit bildet jedoch die Projektschmiede. Geleitet von der Methode des Project Cycle Management (PCM) entwickeln die 12 Partnertandems 12 konkrete Projektvorhaben, die sich aus der Vielfalt des Arbeitsfeldes speisen und dieses abbilden. Das alles macht Hoffnung, dass der deutsch-türkische Gesprächsfaden nicht abreißen wird.













