Zwei Personen posieren fröhlich neben einer farbenfrohen, humanoiden Skulptur in einem Raum mit bunten Wandschmuck und aufgestellten Stühlen. Ein Mann zeigt das Victory-Zeichen, während eine Frau kniet. Zwei Personen posieren fröhlich neben einer farbenfrohen, humanoiden Skulptur in einem Raum mit bunten Wandschmuck und aufgestellten Stühlen. Ein Mann zeigt das Victory-Zeichen, während eine Frau kniet.
Türkei

Im deutsch-türkischen Austausch gemeinsam etwas schaffen

Der deutsch-türkische Gesprächsfaden bleibt erhalten

Die letzten Jahre waren schwierig für den Jugendaustausch zwischen beiden Ländern. Aber es gibt auch Ereignisse, die für Kontinuität und partnerschaftliche Brücken stehen. Dazu gehört IMECE, ein immer wieder wechselndes Veranstaltungsformat, in dem deutsche und türkische Fachkräfte zusammenkommen, sich vernetzen und Pläne für die Zukunft schmieden. Die jüngste IMECE-Veranstaltung fand vom 1. bis 5. September in Bonn statt.

08.09.2025 / Christian Herrmann

Imece bedeutet auf Türkisch „gegenseitige Hilfe“ und ist ein wichtiges Prinzip nachbarschaftlichen Miteinanders in der türkischen Gesellschaft. Seit 2015 sorgt IMECE dafür, dass der Gesprächsfaden zwischen türkischer und deutscher Jugendarbeit und Zivilgesellschaft nicht abreißt, dass die Träger zusammenfinden und neue gemeinsame Projektideen entstehen. Dabei setzen die Veranstaltungen immer wieder neue Schwerpunkte. In diesem Jahr waren Tandems eingeladen, also Partner, die bereits auf eine längere bilaterale Zusammenarbeit zurückblicken und zugleich den Radius ihrer Kooperation erweitern möchten. Mit im Boot des Veranstalterkonsortiums sind die Nationalen Agenturen für Erasmus+ JUGEND aus den beiden Partnerländern, die Deutsch-Türkische Jugendbrücke und IJAB. 

Aufs Vertrauen kommt es an

Der erste Arbeitstag ist ein Findungstag und eine Gelegenheit, sich kennen zu lernen. Die Teilnehmer*innen werden in Gruppen aufgeteilt und bekommen den Auftrag, aus Karton und Luftballons eine Jugendarbeiter*in zu bauen – jede Gruppe getrennt voneinander immer nur ein Körperteil. Am Schluss soll die Person zusammengefügt werden. Das geht mit viel Gelächter einher und zeigt Parallelen zur Projektarbeit auf: Einige übernehmen sofort die Initiative, andere wollen erstmal überlegen, wieder andere sind eher Beobachter. In der Reflexion fühlen sich viele an das gemeinsame Schreiben von Projektanträgen erinnert. Aber: Die Einzelteile fügen sich zu einem Ganzen zusammen. Ein großes Herz hat der Jugendarbeiter. Und: Er entstand aus dem Vertrauen heraus, dass alle ihre Arbeit tun werden, alle ihren Beitrag leisten werden. 

Wer sind die anderen?

Der Rest des Tages besteht aus der Präsentation der beteiligten Organisationen und ihrer Projekte. Die Teilnehmer*innen wollen miteinander ins Gespräch kommen. Die Vielfalt der Träger deckt eine erstaunliche Bandbreite ab. Es sind größere und kleinere Vereine, Jugendorganisationen, Jugendzentren, Schulen, Berufsschulen, NGOs und sogar eine Universität. Für die meisten ist die deutsch-türkische Verbindung nur einer von vielen Kontakten in die ganze Welt. Fast alle möchten diese Kontakte erweitern. Die Suche nach Partnern und der Raum über neue Projekte nachzudenken, erwies sich in der Vorbereitung der Veranstaltung als ein immer wieder geäußerter Wunsch der Teilnehmer*innen. 

Ebenso eindrucksvoll wie die Trägervielfalt, ist das Spektrum der Themen, die sie in Jugendaustauschen und in ihrer Arbeit vor Ort behandeln. Es reicht von politischer Bildung und Demokratie bis zum Sport, von geistiger Gesundheit bis Migration, von Genderfragen bis Medienkompetenz. Das bietet viele Anlässe miteinander ins Gespräch zu kommen. 

Vor den Teilnehmer*innen liegt nun ein umfangreiches Programm. Neben Förderinformationen und dem Kennenlernen der Jugendstrukturen beider Länder, stehen Workshops, Besuche bei zwei Trägern vor Ort und ein interkultureller Stadtrundgang in Köln an. Kern der diesjährigen Zusammenarbeit bildet jedoch die Projektschmiede. Geleitet von der Methode des Project Cycle Management (PCM) entwickeln die 12 Partnertandems 12 konkrete Projektvorhaben, die sich aus der Vielfalt des Arbeitsfeldes speisen und dieses abbilden. Das alles macht Hoffnung, dass der deutsch-türkische Gesprächsfaden nicht abreißen wird.

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INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0
Dieses Werk ist lizenziert unter einer INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0 Lizenz.
Eine Moschee leuchtet bei Nacht mit mehreren Minaretten und Kuppeln, umgeben von einer belebten Stadt und dem Meer im Hintergrund. Lichter illuminieren das Gebäude und die umliegenden Straßen.
Über den Austausch mit der Türkei

IJAB führt mit der Türkei Fachprogramme und Partnerbörsen durch. Außerdem bieten wir interessierten Trägern Information und Beratung zum Austausch mit der Türkei an.

Ansprechpersonen
Christiane Reinholz-Asolli
Referentin für internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-112
Till Veerbeck-Stroetmann
Referent für internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-158
Timo Herdejost
Sachbearbeitung
Tel.: 0228 9506-130