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Partnerländer

Zusammenarbeit mit Griechenland

Bis zum Frühjahr 2021 hat IJAB das Bundesjugendministerium bei der Intensivierung des deutsch-griechischen Jugend- und Fachkräfteaustauschs unterstützt. Mit der Arbeitsaufnahme des Deutsch-Griechischen Jugendwerks sind die Aufgaben von IJAB an das Jugendwerk übergegangen. Den Zielen des deutsch-griechischen Austauschs bleibt IJAB weiterhin eng verbunden. Über die Ausgestaltung der bilateralen Beziehungen im Jugendbereich informiert das Blog agorayouth.com.

Hintergrund: jugendpolitische Zusammenarbeit mit Griechenland

Die Regierungen von Deutschland und Griechenland arbeiten aktuell an der Gründung eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks. Das Deutsch-Griechische Jugendwerk wird den deutsch-griechischen Jugend- und Fachkräfteaustausch durch eine gesicherte Finanzierung und Struktur nachhaltig fördern. Bis zur Gründung des Deutsch-Griechischen Jugendwerks stellt das BMFSFJ zur Umsetzung von deutsch-griechischen Projekten ein Sonderprogramm zur Förderung des deutsch-griechischen Jugendaustausches zu Verfügung. Vorbereitend auf die Gründung des Deutsch-Griechischen Jugendwerks ist IJAB vom BMFSFJ seit 2014 mit dem Ausbau und der  Weiterentwicklung des deutsch-griechischen Jugend- und Fachkräfteaustausches beauftragt.

Der Koalitionsvertrag 2013

Die Gründung eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks wurde bereits im Koalitionsvertrag von 2013 angekündigt. Unter Kapitel 6 mit dem Titel „Starkes Europa“ und unter dem Stichpunkt „Demokratisches Europa“ wird die Gründung des Deutsch-Griechischen Jugendwerks wie folgt argumentiert: „Die Herausbildung einer europäischen Zivilgesellschaft ist eine essentielle Voraussetzung für eine lebendige europäische Demokratie. Besonders wichtig ist es, dafür auch die Jugendpolitik weiterzuentwickeln. Europaschulen, Jugendwerke und eine erhöhte Jugendmobilität können hierzu beitragen. In diesem Zusammenhang setzen wir uns beispielsweise für die Errichtung eines deutsch-griechischen Jugendwerks ein.“

Gemeinsame Absichtserklärung

Bereits am 12. September 2014 unterzeichneten die damals zuständige Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und der griechische Bildungsminister Andreas Loverdos –  vertreten durch den griechischen Botschafter im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck und dem Präsidenten der Hellenischen Republik, S. E. Karolos Papoulias – im Berliner Schloss Bellevue eine gemeinsame Absichtserklärung zur Gründung eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks.

Erstes Deutsch-Griechisches Jugendforum

Im selben Jahr, vom 03. bis zum 06. November 2014, fand in Bad Honnef das erste Deutsch-Griechische Jugendforum statt, zu dem erstmalig 120 Organisationen aus Deutschland und Griechenland zusammenkamen, um einander kennenzulernen, sich auszutauschen und gemeinsam Projekte zu schmieden. Dies war der Auftakt des deutsch-griechischen Jugendaustausches. Bis dahin verzeichnete das BMFSFJ insgesamt fünf Jugendaustausche pro Jahr, die über Mittel des Kinder- und Jugendhilfeplans des Bundes finanziert wurden. Aus dem  ersten Deutsch-Griechischen Jugendforum gingen 25 neue Projekte hervor, die in den Folgejahren sukzessive umgesetzt wurden. Die Anzahl der vom Sonderprogramm geförderten Projekte ist bis heute auf 250 gestiegen.

Bilaterale Ressortvereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich Jugend

Ein besonderer Meilenstein der jugendpolitischen Zusammenarbeit mit Griechenland ist die im Rahmen des zweiten Deutsch-Griechischen Jugendforums im März 2017 angekündigte Unterzeichnung der Ressortvereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich Jugend und die Gründung eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks vom 26.07.2017.  Die Ressortvereinbarung regelt die weitere jugendpolitische Zusammenarbeit zwischen Griechenland und Deutschland und legt die nächsten Arbeitsschritte zur Gründung und Eröffnung des Deutsch-Griechischen Jugendwerks fest. BMFSFJ und das Ministerium für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten der Hellenischen Republik vereinbaren darin die Installierung eines bilateralen Ausschusses mit Vertreter(inne)n der zuständigen Ministerien zur Beratung über Gründungsabkommen, Personalstatut, Finanzordnung etc., die  Installierung eines bilateralen Gremiums zur Umsetzung und Entwicklung der Jugendzusammenarbeit mit Vertreter(inne)n von Regierung, Jugendhilfe, Jugendpolitik und Jugendorganisationen (kurz: deutsch-griechischer Fachausschuss), die jährliche Durchführung des bilateralen Jugendforums abwechselnd in Deutschland und in Griechenland  sowie die Schwerpunktthemen in der jugendpolitischen Zusammenarbeit. Die Ressortvereinbarung wurde im Juni 2018 dem griechischen Parlament zur Ratifizierung vorgelegt. Am 04. September 2018 wurde der Gesetzesentwurf zur Ratifizierung des Abkommens im griechischen Parlamentarischen Ausschuss für Kultur- und Bildungsangelegenheiten von einer überwältigenden Mehrheit angenommen.

Deutsch-Griechischer Fachausschuss

Die deutsch-griechische Delegation zur Umsetzung und Entwicklung der Jugendzusammenarbeit (deutsch-griechischer Fachausschuss) tagte auf der Grundlage der Ressortvereinbarung erstmalig im Dezember 2017. Im Rahmen des Fachausschusses informieren sich die Mitglieder gegenseitig über die aktuellen jugendpolitischen Entwicklungen in ihrem Land, über den Stand der bilateralen jugendpolitischen Zusammenarbeit sowie über ihre Aktivitäten im Bereich Jugend. Der Fachausschuss diskutiert zudem über die Schwerpunkte sowie die konkreten Aktivitäten in der zukünftigen bilateralen Zusammenarbeit.

Abkommen zur Gründung des Deutsch-Griechischen Jugendwerks

Am 11. Oktober 2018 zeichneten Bundesfamilienministerin Dr. Franziska  Giffey und der Generalsekretär für Jugend im Ministerium für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten der Hellenischen Republik, Pafsanias Papageorgiou, öffentlichkeitswirksam in Athen das Abkommen zur Gründung des Deutsch-Griechischen Jugendwerks in Athen. Dabei wurde Leipzig als künftiger Sitz  des Deutsch-Griechischen Jugendwerks in Deutschland angekündigt. Die Paraphierung des Abkommens fand knapp zwei Wochen vor Beginn des dritten Deutsch-Griechischen Jugendforums in Köln statt, was für frischen Wind in den Gesprächen der 120 Vertreter(inn)en von Institutionen und Zivilgesellschaft aus Deutschland und Griechenland sorgte. Das endgültige Abkommen unterzeichneten am 4. Juli 2019 die beiden Staatssekretärinnen Juliane Seifert (BMFSFJ) und Antje Leendertse (Auswärtiges Amt) und der griechische Generalsekretär für Jugend, Pafsanias Papageorgiou, bei einem Treffen im Bundesfamilienministerium in Berlin.

Am 1. April 2021 hat das Deutsch-Griechische Jugendwerk seine Arbeit aufgenommen.

Mehrere Menschen stehen im Kreis und halten ein buntes Tuch.
Beiträge zu Griechenland

Die Beiträge dokumentieren den deutsch-griechischen Jugend- und Fachkräfteaustausch und die Entstehungsgeschichte des Deutsch-Griechischen Jugendwerks bis zum Frühjahr 2021. Vieles davon bleibt weiterhin aktuell.

interaktive Griechenlandkarte
jugend.erinnert – Orte deutscher Kriegsverbrechen in Griechenland

80 Erinnerungsorte an die nationalsozialistischen Verbrechen während der Besatzung Griechenlands von 1941-1944 werden auf dieser Karte vorgestellt.

Boot vor Santorini
Länderinformation Griechenland

Die Länderinformation Griechenland gibt einen Einblick in die Strukturen der Kinder- und Jugendpolitik Griechenlands.

Ansprechpartnerin
Portraitfoto Christina Gerlach
Christina Gerlach
Leiterin des Geschäftsbereichs
Internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-100