Ein Tischaufsteller mit der Aufschrift "Vaktavya: The Youth Parliament, 6th October 2018, Swiss Cottage School" steht auf einem Tisch. Daneben steht ein Plastikbecher, im Hintergrund verschwommene Figuren. Ein Tischaufsteller mit der Aufschrift "Vaktavya: The Youth Parliament, 6th October 2018, Swiss Cottage School" steht auf einem Tisch. Daneben steht ein Plastikbecher, im Hintergrund verschwommene Figuren.
Jugenddelegierte in den Vereinten Nationen

Jugendbeteiligung von 1995 bis heute

Eine kurze Geschichte der Programme

Mit dem 1995 von der UN-Generalversammlung verabschiedeten Weltaktionsprogramm für die Jugend1 – dem ersten weltweiten Aktionsprogramm zur Förderung junger Menschen – wurden die Mitgliedstaaten eingeladen, Jugendbeteiligung auch in den Vereinten Nationen zu stärken.

Hierzu implementierte die UN das UN-Jugenddelegierten-Programm mit der Aufnahme von Jugendvertreter*innen in die nationalen Delegationen zur Generalversammlung (WFUNA 2010:3) sowie verschiedenen Fachkommissionen des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen. Mit der Koordinierung des UNYDP betraut ist auf der Ebene der Vereinten Nationen die Hauptabteilung für Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten (Department of Economic and Social Affairs, UN-DESA).

Ob und wie Jugenddelegierten-Programme umgesetzt werden, unterscheidet sich von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat. In Deutschland haben junge Menschen vielfältige Möglichkeiten, als Jugenddelegierte, Jugendbeobachter*innen und anderweitig als Vertreter*innen ihrer Interessen an den Jugendbeteiligungs-Programmen der Vereinten Nationen mitzuwirken. Auswahlkriterien, Aufgaben des Ehrenamts, Laufzeit, Umfang und Aufwand der verschiedenen Programme unterscheiden sich.  Einige der Programme, wie das Jugenddelegierten-Programm zur UN-Generalversammlung oder die Jugendbeobachter*innen zur UN-Frauenrechtskommission, werden seit Jahren regelmäßig umgesetzt und weiterentwickelt. Andere werden ad hoc nach Bedarf ins Leben gerufen – wie zum Beispiel das Programm der Jugendbeobachter*innen am UN-Zukunftsgipfel 2024, das die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) umsetzte.

Die UN-Jugenddelegierten-Programme sind zudem in zwei wesentlichen Aspekten zu unterscheiden von den Programmen der UN-Jugendbeobachter*innen:  Jugendbeobachter*innen sind – anders als die UN-Jugenddelegierten – in der Regel nicht Teil der offiziellen nationalen Delegationen. Außerdem liegt ihre Aufgabe hauptsächlich darin, die Ergebnisse ihrer Beobachtungen nach Deutschland zu tragen, und nicht die Anliegen junger Menschen in Deutschland auf UN-Ebene zu bringen.2 Über die nationalen Jugenddelegierten- und Jugendbeobachter*innen-Programme hinaus werden zudem EU-UN-Jugenddelegierten-Programme umgesetzt: Alle EU-Mitgliedsstaaten – so auch Deutschland – sind eingeladen sich daran zu beteiligen. Das Deutsche Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit (DNK) beteiligt sich als Nationaler Jugendring (National Youth Council, NYC) am Auswahlprozess der EU für die European Union - United Nations Youth Delegates.


1 Es existiert keine international einheitliche Definition des Begriffs „Jugend“. Der Definition der Vereinten Nationen (1992) entsprechend umfasst der Begriff “Jugend” junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren. (s. WFUNA 2010:3 / Vereinten Nationen 2020:4).

2 Zum „Vertretungsaspekt“ der UN-Jugenddelegierten s. „2 für 14 Mio.“ auf dem Internetauftritt der deutschen Jugenddelegierten: https://www.jugenddelegierte.de/faq/.

Straßenschild zeigt „UNITED NATIONS PLAZA“ mit Freiheitsstatue-Emblem links. Befestigt an einem grauen Pfeiler, verschwommener Hintergrund mit Gebäuden.
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Jugendbeteiligung International

Ansprechperson
Natali Petala-Weber
Referentin für internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-201