Vier Jugendliche sitzen auf einer Bank und schauen auf ihre Mobiltelefone. Skateboards liegen neben ihnen auf Kopfsteinpflaster. Im Hintergrund ist eine gelbe Wand mit grünen Türen zu sehen. Vier Jugendliche sitzen auf einer Bank und schauen auf ihre Mobiltelefone. Skateboards liegen neben ihnen auf Kopfsteinpflaster. Im Hintergrund ist eine gelbe Wand mit grünen Türen zu sehen.
Jugendpolitik weltweit

Medienkompetenz zwischen KI, Fake News und Gaming

Gute Praxis aus den Bundesländern - Ergebnisse

Wie wird Medienkompetenz junger Menschen in Deutschland gefördert und welche Ansätze haben sich in der Praxis entwickelt? Rückmeldungen aus den Bundesländern im Rahmen des YouthWiki-Feedbackverfahrens geben Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Beispiele guter Praxis.

11.09.2026 / Leonie Kaiser

Auch im Rahmen des europäischen Informationsportals YouthWiki wird das Thema Medienkompetenz innerhalb eines eigenen Kapitels behandelt. In Deutschland wurden zu diesem Thema Rückmeldungen von den Bundesländern eingeholt. Ziel war es, ein möglichst differenziertes Bild über den Stand der Jugendmedienkompetenz in den einzelnen Bundesländern zu gewinnen und aktuelle Herausforderungen und innovative Ansätze sichtbar zu machen.

KI, Gaming und Promting 

In den Bundesländern findet eine Vielzahl an innovativen Projekten statt, um Medienkompetenz zu vermitteln. In vielen Fällen werden junge Menschen selbst oder auch Eltern als Multiplikator*innen ausgebildet, die ihre Kompetenzen dann wiederum an junge Menschen und Eltern weitergeben, beispielsweise bei den MedienScouts und Elternmedienlots*innen in Hamburg oder bei ISES! Kids und ISES! Coach in Baden-Württemberg. Einige weitere Beispiele guter Praxis werden im Folgenden näher beleuchtet. 

Einen verantwortungsbewussten Umgang mit Medien lernen und Fake News nicht weiter zu verbreiten – darum geht es im FFH-Mediencamp in Hessen. Jugendliche gründen dort eine virtuelle Band, die mit Videoclips in sozialen Medien inszeniert wird. Sie lernen dabei, Medien kritisch zu hinterfragen und verantwortungsvoll zu nutzen, eigene Inhalte professionell zu gestalten und KI-Tools sinnvoll bei der Medienarbeit einzusetzen. Prompt! Dein KI-Event aus Baden-Württemberg zielt darauf ab, KI-Anwendungen kreativ erfahrbar zu machen und zu reflektieren. Es soll Medienkompetenz beim Umgang mit KI fördern und eine kritische Reflexion über gesellschaftliche, rechtliche und ethische Aspekte von KI-generierten Inhalten ermöglichen. Das Artificial Intelligence Center (ARIC) in Hamburg engagiert sich im Bereich KI und Schule in mehreren Bereichen: bei generationsübergreifenden Spielshows mit KI oder Best Practice für die KI-Integration in Schulen. Auch alle 12 Medienkompetenzzentren in Berlin nehmen die aktuellste technische Innovation in zahlreichen vielfältigen Formaten für unterschiedliche Zielgruppen auf, beispielweise beim Dekodieren von der Arbeitsweise von LLMs oder beim gemeinsamen Prompten. 

Der Onlinekurs Breaking the Game aus Baden-Württemberg soll jungen Menschen mit einem hybriden Konzept aus Onlinetraining und analoger Versorgung durch Beratungsstellen aus der Internet- oder Computerspielsucht helfen. Dazu gehörte der Aufbau eines Netzwerkes aus Suchtambulanzen und Behandelnden. Mit dem Projekt Zocken gegen Rassismus in Berlin wurde im Rahmen der FIFA-Liga nicht nur gegeneinander digital Fußball gespielt: Die Jugendlichen setzten sich auch mit Rassismus und der Prävention von Menschenfeindlichkeit auseinander. Damit führte das Projekt eSports und demokratische Medienbildung zusammen. 

Einen Überblick über die medienpädagogischen Angebote von Institutionen, Einrichtungen, Gruppen und Vereinen bietet der Medienpädagogische Atlas in Niedersachsen und macht damit Angebote zur Medienkompetenzvermittlung für alle Interessierten zugänglich und durchschaubar. Das Netzwerk Medienaktiv MV in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Zusammenschluss von Organisationen, die sich für die Stärkung von Medienkompetenz, Medienschutz, digitalen Kompetenzen und demokratischer Teilhabe durch Medienbildung engagieren. 

Konzepte zur Medienkompetenz  

Das Thema Medienkompetenz ist Gegenstand verschiedener Gesetze, Initiativen und Beschlüsse. Eine nationale Strategie gibt es allerdings nicht. Da die meisten Bereiche der Bildung in Deutschland im Zuständigkeitsbereich der Bundesländer liegen, gibt es auch seitens der Kultusministerkonferenz Empfehlungen und Beschlüsse zum Thema (vgl. YouthWiki-Kapitel Medienkompetenz). Auch auf Landesebene haben einzelne Bundesländer eigene übergreifende Konzepte beschlossen: 

Medienkompetenz zwischen formaler und non-formaler Bildung

Medienkompetenz ist oft eine Querschnittsaufgabe. Die Förderung von Medienkompetenz findet meist in Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendhilfe, Schulen und weiteren Akteuren statt. Auch in einigen Bundesländern wird durch viele Beispiele sichtbar, wie Schulen auf die Kompetenzen aus der Trägerlandschaft zurückgreifen.  

Die Zusammenarbeit zwischen Kinder- und Jugendarbeit mit Schulen erfolgt in Hamburg insbesondere im Rahmen nachmittäglicher Bildungs- und Betreuungsangebote. Die Maßnahmen zur Förderung von Medienkompetenz werden maßgeblich von Trägern der Kinder- und Jugendhilfe geplant, konzipiert und anschließend in das schulische Angebot der Ganztagsbetreuung integriert. Auch in Berlin greifen Schulen auf die Angebote des Programms jugendnetz.berlin der Berliner Jugendarbeit zurück. Das findet in Form von Projektwochen am außerschulischen Lernort, bei der Umsetzung von digitalen Elternabenden oder für Fortbildungen von Schulsozialarbeitenden statt. Das Projekt Erziehungspartnerschaften in Baden-Württemberg wurde zwischen Schule, Elternhaus und erweitertem Sozialraum initiiert. Zum erweiterten Sozialraum zählen auch Akteure der Familienbildung. Ziel des gesamten Prozesses ist es, Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um die Partnerschaft von Schule, Elternhaus und „außerschulischen Akteuren im Sozialraum“ zu stärken und Bildungserfolg und Bildungsgerechtigkeit zu fördern. 

Mehr Informationen zum Thema sind im YouthWiki-Kapitel „Medienkompetenz und sicherer Umgang mit den neuen Medien“ für Deutschland und 33 weitere Länder verfügbar.

Über Jugendpolitik weltweit

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Ansprechpersonen
Leonie Kaiser
Wissenschaftliche Referentin YouthWiki / Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0228 9506-141
Natali Petala-Weber
Referentin Information für internationale Jugendpolitik
Tel.: 0228 9506-201
Katrin Schauer
Referentin
YouthWiki / Information für internationale Jugendpolitik
Tel.: 0228 9506-204
Kerstin Wondratschek
Referentin Information für internationale Jugendpolitik /
European Knowledge Centre for Youth Policy
Tel.: 0228 9506-117
Kira Schmahl-Rempel
Referentin Information für internationale Jugendpolitik
Tel.: 0228 9506-104