Jugendpolitik weltweit

Gegen die Wohnungsnot junger Menschen

Gute Praxis aus den Bundesländern

Das Thema Wohnraum für junge Menschen gewinnt auf europäischer Ebene zunehmend an Bedeutung – sei es in politischen Strategien, in der Praxis vor Ort oder in der Forschung. Auch im Rahmen des europäischen Informationsportals YouthWiki steht das Thema derzeit im Fokus. Bis Ende des Jahres ist ein vergleichender Bericht geplant, der die wohnpolitischen Rahmenbedingungen, Entwicklungen und Maßnahmen in den teilnehmenden Ländern systematisch zusammenführt.

31.07.2025 / Leonie Kaiser

In Deutschland wurden zu diesem Thema Rückmeldungen von den Bundesländern eingeholt – über ein kompaktes Feedbackverfahren im Rahmen des YouthWiki-Prozesses. Ziel war es, ein möglichst differenziertes Bild der wohnpolitischen Situation junger Menschen in den einzelnen Bundesländern zu gewinnen und aktuelle Herausforderungen und innovative Ansätze sichtbar zu machen.

Beispiele guter Praxis

In einigen Bundesländern werden derzeit mehrere modellhafte Projekte im Bereich Housing First umgesetzt, um (jungen) Menschen Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu ermöglichen. Housing First ist ein vergleichsweise neuer Ansatz, der ursprünglich in den USA entwickelt wurde. Im Gegensatz zum traditionellen Modell, bei dem obdachlose Menschen zunächst über Notunterkünfte oder Übergangswohnformen schrittweise an eine eigene Wohnung herangeführt werden, stellt Housing First den direkten Zugang zu dauerhaftem Wohnraum an den Anfang.

Solche Modellprojekte werden derzeit u.a. in Baden-Württemberg (6 Modellprojekte), Berlin (6 Modellprojekte), Sachsen (Modellprojekt 2021-2024), Mecklenburg-Vorpommern (Projekt MOINS) und dem Saarland (Modellprojekt) erfolgreich umgesetzt. Diese Angebote richten sich zwar grundsätzlich an die Gesamtbevölkerung, schließen jedoch auch junge Erwachsene aktiv ein und bieten ihnen stabile Ausgangsbedingungen für weiterführende Hilfen.

Daneben gibt es weitere – teilweise auch kreative – Ansätze: In Bayern wird im Rahmen des Projekts Leerstand jetzt WOHNEN ein ehemaliges Rathaus in Wohnraum für junge Erwachsene umgewandelt – unter aktiver Beteiligung der künftigen Mieter:innen. In Hamburg unterstützt das Projekt Jugend & Wohnen Careleaver:innen beim Übergang in eine eigene Wohnung durch individuelle Beratung, Vermittlung passender Wohnangebote und enge Begleitung vor und nach dem Einzug. In Baden-Württemberg werden beim Projekt WiM – Wohnen ist Menschenrecht Jugendliche ab 16 Jahren und junge Erwachsene im Rahmen von Betreutem Jugendwohnen unterstützt und bei beruflichen Übergängen begleitet. Das Projekt hat den Ansatz, junge Menschen bei der Wohnungssuche zu unterstützen, bei bedrohten Mietverhältnissen zu beraten und ggf. zwischen Vermietenden und Mieter:innen zu vermitteln.

Politische Maßnahmen: Sozialer Wohnungsbau

Im Rahmen des Bund-Länder-Programms Junges Wohnen wird in vielen Bundesländern das Wohnen für Auszubildende und Studierende gefördert. Das Programm ist Teil des sozialen Wohnungsbaus. Ziel ist es, bezahlbare Wohnheimplätze für Auszubildende und Studierende zu schaffen oder bestehende Strukturen zu modernisieren. Umgesetzt wird das Programm in den Bundesländern, u.a. in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

Auch Strukturen wie Sozialämter nehmen (nach SGB XII) eine zentrale Rolle für Betroffene einer (drohenden) Wohnungslosigkeit ein. Jobcenter übernehmen (nach SGB II) unter anderem die Aufgabe, Wohnungslosigkeit präventiv zu verhindern.

Darüber hinaus fördert beispielsweise in Berlin die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie das Jugendwohnen (Grundlage § 13.3. Sozialgesetzbuch VIII). Ein Alleinstellungsmerkmal des § 13.3 SGB VIII liegt in der Kombination von Wohnraumvermittlung und sozialpädagogischer Betreuung, die eine zielgerichtete gesellschaftliche und berufliche Eingliederung ermöglichen kann.

Forschung aus den Bundesländern

Über Jugendpolitik weltweit

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Ansprechpersonen
Leonie Kaiser
Wissenschaftliche Referentin YouthWiki / Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0228 9506-141
Natali Petala-Weber
Referentin für internationale jugendpolitische Zusammenarbeit
Tel.: 0228 9506-201
Katrin Schauer
Referentin
Monitoring / YouthWiki
Tel.: 0228 9506-204
Kerstin Wondratschek
Referentin Information für internationale Jugendpolitik /
European Knowledge Centre for Youth Policy
Tel.: 0228 9506-117
Kira Schmahl-Rempel
Referentin Information für internationale Jugendpolitik
Tel.: 0228 9506-104