Datenreport Internationale Jugendarbeit

Jugendinformation ermöglicht internationale Lernmobilität

Neue Forschungsarbeit veröffentlicht

Internationale Lernmobilität eröffnet jungen Menschen wichtige Bildungs- und Beteiligungschancen. Dennoch bleiben diese Chancen ungleich verteilt. IJAB-Kollegin Johanna Kuchem hat im Rahmen ihrer Masterarbeit untersucht, welche Rolle Jugendinformation – am Beispiel von Eurodesk Deutschland – für den Zugang zu internationalen Lernerfahrungen spielt. Die Arbeit liegt nun als IJAB-Publikation vor.

15.01.2026 / Johanna Kuchem

Internationale Lernmobilität gilt als zentrales Instrument, um junge Menschen auf die Anforderungen einer globalisierten Gesellschaft vorzubereiten. Insbesondere Lernmobilitätsangebote der non-formalen Bildung – wie internationale Jugendbegegnungen, Workcamps oder Freiwilligendienste – zielen darauf ab, junge Menschen unabhängig von sozialem oder bildungsbezogenen Hintergrund Lernerfahrungen im internationalen Kontext zu ermöglichen.

Gleichzeitig zeigen zahlreiche Studien, dass der Zugang zu entsprechenden Angeboten in der Praxis keineswegs gleich verteilt ist. Informationsdefizite, Unsicherheiten, Vorurteile gegenüber Auslandsaufenthalten sowie fehlende Unterstützung im sozialen Umfeld stellen für viele Jugendliche zentrale Barrieren dar. Insbesondere junge Menschen aus nicht-akademischen oder sozial benachteiligten Kontexten nehmen Angebote internationaler Lernmobilität deutlich seltener wahr, obwohl sie von deren Wirkungen in besonderem Maße profitieren könnten.

Das Arbeitsfeld der Jugendinformation kann hier eine Schlüsselrolle übernehmen. Jugendinformationsdienste verfolgen das Ziel, jungen Menschen unabhängig von ihrem Hintergrund Orientierung zu bieten und sie zu selbstbestimmten Entscheidungen zu befähigen. Jedoch ist die Wirkung von Jugendinformation bislang nur in geringem Umfang empirisch untersucht worden. Die Studie Jugendinformation als Schlüssel zu internationaler Lernmobilität. Ergebnisse einer Online-Befragung unter den Newsletterabonnent*innen von Eurodesk Deutschland von Johanna Kuchem greift diese Forschungslücke auf und untersucht die Bedeutung von Jugendinformation für den Zugang zu internationaler Lernmobilität am Beispiel von Eurodesk Deutschland.

Informationen zur Online-Befragung

Zentrale Ergebnisse der Studie

Die Ergebnisse bestätigen die Bedeutung von Jugendinformation für den Zugang zu internationaler Lernmobilität:

Gleichzeitig macht die Untersuchung deutlich, dass Eurodesk Deutschland bislang vor allem formal höher gebildete junge Menschen erreicht. Zielgruppen, die in der Teilnahme an Lernmobilität unterrepräsentiert sind, profitieren bislang weniger von den Angeboten.

Fazit

Die Studie unterstreicht die Relevanz von Jugendinformation als unterstützende Struktur für Bildungs- und Teilhabechancen junger Menschen. Sie zeigt, dass Information und Beratung dazu beitragen können, Wissenslücken zu schließen, Vorannahmen abzubauen und Entscheidungsprozesse zu stärken.

Zugleich verweisen die Ergebnisse auf bestehenden Handlungsbedarf: Um ihr Potenzial zur Förderung von Chancengleichheit besser auszuschöpfen, bedarf es einer stärkeren strukturellen Verankerung von Jugendinformation sowie gezielter Strategien zur Ansprache bislang weniger erreichter Zielgruppen.

Publikation kostenlos verfügbar

Die Publikation ist im IJAB-Bestellservice kostenfrei zugänglich:

Sie richtet sich an Fachkräfte der Jugendinformation und internationalen Jugendarbeit, an Wissenschaft und Politik sowie an alle, die sich mit Fragen von Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit im Kontext internationaler Mobilität befassen.

Über den Datenreport Internationale Jugendarbeit

IJAB arbeitet an einer quantitaven und qualitativen Übersicht über das Arbeitsfeld Internationale Jugendarbeit. Erfahren Sie mehr über das Projekt!

Zwei Personen laufen in einer modernen Bibliothek, die mit Bücherregalen, einer zentralen Treppe und großen Deckenleuchten ausgestattet ist. Die Bewegungsunschärfe hebt ihre Dynamik hervor.
Über Forschung

IJAB leistet einen Beitrag dazu, aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse aus dem Arbeitsfeld Internationale Jugendarbeit sichtbar zu machen.

Ansprechperson
Sonja Nißl
Referentin Datenreport
Tel.: 0228 9506-136