Jugendpolitik

Vereinigtes Königreich: Brexit und Erasmus+

Was besagt der neue Partnerschaftsvertrag?

Der neue Partnerschaftsvertrag zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich, der am 01.01.2021 vorläufig in Kraft getreten ist, legt fest, dass das Vereinigte Königreich nur noch an der auslaufenden Erasmus+- Programmgeneration (2014-2020) teilnimmt. An der neuen Programmgeneration (2021-2027) nimmt es nicht mehr teil. Was heißt das?

13.01.2021 / Cathrin Piesche
Die Skyline von London mit ihren Wolkenkratzern, Gebäuden, Brücken und der Themse. Die Skyline von London mit ihren Wolkenkratzern, Gebäuden, Brücken und der Themse.
Die Skyline von London mit ihren Wolkenkratzern, Gebäuden, Brücken und der Themse.

Hierzu stellt die Nationalagentur für das Vereinigte Königreich auf ihrer Webseite die aktuelle Stellungnahme des britischen Bildungsministeriums zur Verfügung (Stand 07.01.2021): Demnach plant die britische Regierung nun mit dem „Turing-Scheme“ die Erschaffung eines eigenen Förderprogramms, das die britische Beteiligung an Erasmus+ ersetzen soll und ab September 2021 Mittel für Praktika und Austausche bereitstellen wird. Das neue Programm soll von der gleichen Partnerschaft aus British Council und Ecorys verwaltet werden, die bereits seit einigen Jahren Erasmus+ in Großbritannien durchführt.

Die britische Nationalagentur geht davon aus, dass in Kürze weitere Informationen über das Programm zur Verfügung stehen werden, und sobald dies der Fall ist, wird sie auf ihrer Webseite darauf verweisen.

Die Teilnahme des Vereinigten Königreichs an den aktuellen (2014-2020) Programmen ist davon nicht betroffen. Gemäß dem mit der EU ausgehandelten Austrittsabkommen wird das Vereinigte Königreich weiterhin in vollem Umfang an den aktuellen (2014-2020) Programmen Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps (ESK) teilnehmen. Das bedeutet, dass die Projekte, für die während der laufenden Programme erfolgreich ein Antrag gestellt wurde, weiterhin EU-Mittel für die gesamte Laufzeit des Projekts erhalten, einschließlich derjenigen, bei denen die Finanzierung über 2020 und das Ende der Übergangszeit hinausläuft.

Teilnehmer/-innen, die im Rahmen von Erasmus+- und ESK-Austauschprogrammen, für die während der laufenden Erasmus+- und ESK-Programme (2014-2020) erfolgreich Angebote eingereicht wurden, im Ausland studieren, eine Ausbildung absolvieren, Freiwilligenarbeit leisten oder Zeit im Ausland verbringen, können für die gesamte Dauer ihres Austauschs uneingeschränkt teilnehmen. Dies gilt sowohl für britische Teilnehmende, die ins Ausland gehen, als auch für internationale Teilnehmende, die nach Großbritannien kommen.

Einreise und Visa

Wer ab dem 1. Januar 2021 in das Vereinigte Königreich einreisen möchte, sollte beachten, dass er/sie möglicherweise besondere Anforderungen für den Aufenthalt erfüllen muss.

Erasmus+-Teilnehmende, die für Arbeits- oder Freiwilligeneinsätze von beliebiger Dauer nach Großbritannien reisen, benötigen ein Visum, für Studienaufenthalte von weniger als 6 Monaten ist jedoch kein Visum erforderlich. Teilnehmende können hier überprüfen, ob sie ein Visum benötigen: https://www.gov.uk/check-uk-visa

Bei der Beantragung des Visums kann ein Zuschlag für die Gesundheitsversorgung anfallen.

Erasmus+-Teilnehmende, die in das Vereinigte Königreich reisen, wenden sich mit ihren Fragen am besten an die entsendende Organisation, die für die Organisation ihres Aufenthalts zuständig ist.

Achtung! Die Nationale Agentur des Vereinigten Königreichs kann zurzeit keine Informationen bereitstellen oder Fragen beantworten, die sich auf die neuen Einreisebestimmungen beziehen und verweist auf die die Richtlinien der britischen Regierung:  https://www.gov.uk/guidance/new-immigration-system-what-you-need-to-know   

Weitere Informationen:

Aktuelles zum Brexit auf IJAB.de:

[Quelle: UK National Agency]