Demokratie und Menschenrechte

Soziale Rechte junger Menschen im Fokus der Forschung

Forschungssymposium der Youth Partnership in Straßburg

Wie gut gelingt jungen Menschen in Europa der Zugang zu Wohnraum, Arbeit und grundlegenden Dienstleistungen? Darüber diskutierten vom 15. bis 17. September 2026 Forschende, Politik und Jugendorganisationen in Straßburg. Eingeladen hatte die Partnerschaft zwischen der EU und dem Europarat im Jugendbereich (Youth Partnership). Ein Schwerpunkt lag auf jungen Menschen mit geringeren Chancen. Präsentationen und Hintergrundpapiere sind jetzt online verfügbar.

30.09.2026 / Redaktion: Kerstin Wondratschek
Direkt von oben: weibliche und männliche Aktivist*innen, die Plakate für eine soziale Bewegung vorbereiten. Direkt von oben: weibliche und männliche Aktivist*innen, die Plakate für eine soziale Bewegung vorbereiten.
Junge Menschen aktiv für Menschenrechte

Wie können junge Menschen in Europa ihre sozialen Rechte tatsächlich wahrnehmen? Im Mittelpunkt des Symposiums standen die Themen Wohnen, steigende Lebenshaltungskosten, Beschäftigung und der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. Rund 80 Teilnehmende kamen zusammen, darunter Wissenschaftler*innen, Nachwuchsforschende, politische Entscheidungsträger*innen sowie Vertreter*innen von Jugendorganisationen. Ziel war es, Wissen aus Sozial-, Wirtschafts-, Rechts- und Politikwissenschaft zu bündeln und für Politik und Jugendarbeit nutzbar zu machen.

Die Veranstaltenden sehen einen klaren Zusammenhang zwischen dem Zugang zu sozialen Rechten, sozialer Gerechtigkeit, demokratischer Stabilität und Sicherheit. Besondere Aufmerksamkeit galt deshalb jungen Menschen mit geringeren Chancen, die bei Inklusion und Teilhabe zusätzliche Hürden erleben. Die Beiträge reichten von Studierenden in Frankreich, die auf Lebensmittelhilfe angewiesen sind, über junge Roma in Nordmazedonien bis zu NEET-Jugendlichen in Serbien. Eurodesk stellte Ergebnisse zum ungleichen Zugang zu Lernmobilität für Minderheitengruppen und zur Rolle von Jugendinformation vor. Weitere Präsentationen befassten sich etwa mit der Teilhabe junger Menschen mit Migrationsgeschichte und mit Risiken für jugendgeführte Organisationen in eingeschränkten zivilgesellschaftlichen Räumen.

Vorbereitet wurde das Symposium von einem wissenschaftlichen Komitee aus zehn Expert*innen, das im März 2026 in Straßburg tagte. Im Anschluss fand ein öffentlicher Runder Tisch zur Zukunft der Jugendforschung in Europa statt. Er war Teil des Programms des moldauischen Vorsitzes im Ministerkomitee des Europarats. Inhaltlich knüpft das Symposium an frühere Arbeiten an, etwa an die Überprüfung der Enter!-Empfehlung des Europarats zum Zugang junger Menschen aus benachteiligten Stadtvierteln zu sozialen Rechten. Das Konzeptpapier, die Agenda und alle Präsentationen sind online abrufbar.

Weitere Informationen unter: Research Symposium „Young people’s access to social rights“

Quelle: EU-Council of Europe Youth Partnership