Forschung

Scoping-Review: Klimawandelbedingte Ängste und Sorgen

Beobachtung bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Ein Scoping-Review von 51 Studien zeigt, dass klimawandelbedingte Ängste und Sorgen bei jüngeren Menschen weit verbreitet sind und häufig mit Depressionen und Angststörungen verbunden sind. Die Rezension betont die Notwendigkeit weiterer Forschung, um die Zusammenhänge besser zu verstehen und die psychische Gesundheit junger Menschen angesichts der Klimakrise zu schützen.

07.08.2026 / Redaktion: Marius Ebbertz
Junge Frau im T-Shirt (unscharf) streckt mit beiden Händen ein grünes Blatt in die Kamera Junge Frau im T-Shirt (unscharf) streckt mit beiden Händen ein grünes Blatt in die Kamera

Ein Scoping-Review von Kristin Rodney-Wolf, Pauline Eisenschmidt und Julian Schmitz beschäftigt sich mit den klimawandelbedingten Ängsten und Sorgen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Laut des Rückblicks werde der Klimawandel zwar zunehmend als erhebliche Bedrohung für die psychische bei jüngeren Bevölkerungsgruppen Gesundheit erkannt, doch trotz wachsender Forschungsaufmerksamkeit seien systematische Zusammenfassungen dieses Forschungsgebiets noch immer begrenzt. Gemäß den PRISMA-ScR-Richtlinien (Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses Extension for Scoping Reviews) wurden in diesem Scoping-Review daher APA PsycInfo, PubMed und Web of Science systematisch nach Studien über die psychische Gesundheit durchsucht, die vor Dezember 2025 veröffentlicht wurden.

Der Scoping-Review von 51 zutreffenden Studien zeigt nun, dass klimawandelbedingte Ängste und Sorgen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen weit verbreitet seien. Diese Erfahrungen seien durchweg mit Symptomen einer Depression, einer generalisierten Angststörung und einem geringeren psychischen Wohlbefinden verbunden. Ein höheres Maß an klimabedingten Ängsten und Sorgen werde häufiger bei älteren Jugendlichen, jungen Erwachsenen sowie weiblichen und geschlechtsdiversen Personen beobachtet, während Zusammenhänge mit Bildungsniveau, sozioökonomischem Status und Wohnort weniger konsistent und komplexer erschienen. Darüber hinaus seien Ängste und Sorgen im Zusammenhang mit dem Klimawandel häufig mit einem größeren Wissen und Bewusstsein über den Klimawandel, einer direkten und indirekten Exposition gegenüber seinen Folgen und einem Engagement für Klimaschutzmaßnahmen verbunden.

Zukünftige Forschung solle jüngere Kinder einbeziehen, um auf aktuellen Erkenntnissen aufzubauen. Zusammenhänge zwischen klimawandelbedingten Ängsten und Sorgen, psychischen Gesundheitsproblemen und damit verbundenen Faktoren gelte es zu klären. Angesichts der globalen Klima- und Gesundheitskrise sei die Priorisierung des Schutzes der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nicht nur eine Frage der öffentlichen Gesundheit, sondern auch eine Frage der Gerechtigkeit zwischen den Generationen.

Quelle: European Child & Adolescent Psychiatry