Hier um zu bleiben? Junge Menschen im ländlichen Raum

Übergänge vor und nach der Pandemie

Eine aktuelle Studie der Youth Partnership präsentiert die Erfahrungen junger Menschen im ländlichen Raum in 14 europäischen Ländern während ihres Übergangs ins Erwachsenenleben. Sie umfasst den Zeitraum von 2019 bis 2023 und berücksichtigt sowohl die Zeit vor als auch nach der Pandemie.

24.02.2026 / Natali Petala-Weber
Eine Person mit Rucksack geht auf einer leeren Landstraße in Richtung Sonnenuntergang. Rechts und links der Straße sind Felder und Bäume. Eine Person mit Rucksack geht auf einer leeren Landstraße in Richtung Sonnenuntergang. Rechts und links der Straße sind Felder und Bäume.
Junge Menschen im Übergang

Die neue Publikation der Youth Partnership, des Kooperationsprojekts des Europarates und der Europäischen Kommission im Bereich Jugend, mit dem Titel "Here to stay? The transitions of rural youth before and after the Covid-19 pandemic" untersucht die Übergänge junger Menschen im ländlichen Raum im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Die Untersuchung konzentrierte sich auf institutionelle Unterstützung von Übergängen, Trends, Politiken und Praktiken auf der einen Seite sowie Erfahrungen junger Menschen auf der anderen Seite. Die Verknüpfung dieser verschiedenen Ebenen ermöglichte einen umfassenden Überblick über die Herausforderungen und Chancen, denen junge Menschen im ländlichen Raum gegenüberstehen.

Die Studie zeichnet ein differenziertes und dynamisches Bild der Übergänge junger Menschen im ländlichen Raum in Europa vor und nach der Pandemie. Bestimmte Indikatoren - etwa der steigende Anteil mit tertiärem Bildungsabschluss und der Rückgang der NEET-Quote (Menschen, die sich weder in (Aus-)bildung/Studium befinden noch einer Beschäftigung nachgehen) - deuten auf einige Verbesserungen in den Übergangstrends hin. Dem stehen jedoch fortbestehende Herausforderungen gegenüber, darunter der Rückgang der jungen Bevölkerung, eine zunehmende Jugendarbeitslosigkeit sowie ein begrenztes zivilgesellschaftliches Engagement in ländlichen Gebieten.

Eines der zentralen identifizierten Probleme ist die folgeschwere Lücke, was Politiken betrifft, die sich explizit auf junge Menschen im ländlichen Raum beziehen. In den meisten Ländern, die untersucht wurden, werden junge Menschen im ländlichen Raum nicht ausdrücklich als eigenständige Zielgruppe von politischen Maßnahmen anerkannt. Stattdessen werden sie unter umfassendere Programme für ländliche Räume oder für junge Menschen insgesamt subsumiert. Länder wie Estland und Irland zeigen vergleichsweise integrierte Ansätze, während in anderen Kontexten - etwa in Armenien und Rumänien - Politiken für ländliche junge Menschen weniger entwickelt oder nicht ausdrücklich formuliert sind.

Die Publikation ist auf Englisch verfügbar unter: Here to stay? The transitions of rural youth before and after the Covid-19 pandemic. 

Quelle: Youth Partnership