Berichte

Folgen von Covid-19 auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der nordischen Region

Gemeinsamer Rat der nordischen Länder stellt Bericht vor

COVID-19 hat sich besonders nachteilig auf junge Menschen ausgewirkt, die es bereits vor der Pandemie schwer hatten. Dies war einer der Punkte, die Lena Hallengren, die schwedische Ministerin für Gesundheit und Soziales, mit dem Ausschuss für Wohlfahrt in der nordischen Region bei einem gemeinsamen Treffen diskutierte. 

14.09.2021 / Kerstin Wondratschek
Zwei Kinder umarmen sich. Zwei Kinder umarmen sich.

Beim Treffen der schwedischen Ministerin für Gesundheit und Soziales, Lena Hallengren, mit dem Ausschuss für Wohlfahrt in der nordischen Region wurden die Auswirkungen der Pandemie auf Kinder und Jugendliche eingehend analysiert und Präventionsmaßnahmen, eine stärkere Konzentration auf Schulen und eine engere nordische Zusammenarbeit gefordert.

Lockdown traf Kinder und Jugendliche besonders hart

Der Lockdown habe die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen hart getroffen. Besonders deutlich würde es bei denjenigen, die es bereits vor der Pandemie schwer hatten, so Magnus Jägerskog, Generalsekretär der schwedischen Kinderrechtsorganisation BRIS und Dr. MaiBritt Giacobini, Spezialistin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die beide ebenfalls an dem Treffen teilnahmen. Sie erklärte, dass die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den nordischen Ländern bereits seit mehreren Jahren vor COVID-19 ein wachsendes Problem gewesen sei, dass die Pandemie die Situation nun noch verschärft habe und dass bereits gefährdete Kinder und Jugendliche am stärksten betroffen seien.

Die schwedische Ministerin für Gesundheit und Soziales Hallengren möchte sich verstärkt für diese Kinder und Jugendlichen einsetzen. "Die Regierung in Schweden hat für die Bereiche psychische Gesundheit und Suizidprävention hohe Ambitionen. Kinder und Jugendliche nehmen eine hohe Priorität bei dieser Arbeit ein", sagte die Ministerin. 

Bente Stein Mathisen, Vorsitzende des Ausschusses für Wohlfahrt in der nordischen Region, stimmt dem zu, dass dies eine wichtige Priorität ist. "Kinder und Jugendliche haben während der Pandemie unter Einsamkeit und Isolation gelitten. Einige konnten an den sozialen Gruppen im Internet nicht teilnehmen und wurden damit ausgeschlossen und fühlten sich noch einsamer. Auch Vereine und andere Freizeitangebote wurden geschlossen, so dass auch sie nicht helfen konnten", betonte Mathisen.

Suizid vorbeugen

Die psychische Gesundheit gefährdeter Kinder und Jugendlicher war auch bereits vor COVID-19 eine Priorität für den Ausschuss für Wohlfahrt in der nordischen Region. Er konzentriert sich insbesondere auf die hohen Selbstmordraten in der nordischen Region, wo sich täglich 10 Menschen das Leben nehmen. Der Ausschuss befürchte, dass mehr Kinder und Jugendliche aufgrund von Einsamkeit und mangelndem psychischen Wohlbefinden während der Pandemie in den Selbstmord getrieben werden. Vor einem Jahr verabschiedete der Ausschuss das Ziel, bis 2025 25% weniger Selbstmorde in der nordischen Region zu erreichen. Langfristiges Ziel ist es, Suizid vollständig zu verhindern.

Gipfeltreffen für psychische Gesundheit geplant

Der Nordische Ministerrat hält im November in Helsinki einen Gipfel zur psychischen Gesundheit ab. Er hat Mittel für das Nordische Wohlfahrtszentrum vorgesehen, um ein nordisches Kooperationsprojekt durchzuführen, das die Rechte von Kindern und Jugendlichen in den Blick nimmt, damit diese während der Covid-19-Pandemie gehört werden.

Der Bericht liegt in Schwedisch vor: Första året med pandemin – Om barns mående och utsatthet (PDF 31,1 MB)

Der Nordische Ministerrat und der Nordische Rat sind die wichtigsten Foren für die offizielle nordische Zusammenarbeit, an der Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden, die Färöer-Inseln, Grönland und Åland beteiligt sind. Es besteht die Vision, die nordische Region zur nachhaltigsten Region der Welt zu machen.

Quelle: Nordic-cooperation