Forschung

Eine Generation im Dauerkrisenmodus

Jugendstudie 2026

Der Bayerische Jugendring (BJR) zeigt sich besorgt über die Ergebnisse der Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“ und fordert mehr Unterstützung und echte Beteiligung.

07.04.2026 / Redaktion: Sarah Walz
Auf einer Bank in einer Großstadt sitzen vier junge Erwachsene und unterhalten sich. Auf einer Bank in einer Großstadt sitzen vier junge Erwachsene und unterhalten sich.

In einer Pressemeldung vom 03.04.2026 zeigt sich der Bayerische Jugendring (BJR) besorgt über die Ergebnisse der Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“ der Autor*innen Simon Schnetzer (Studienleiter), Prof. Dr. Nina Kolleck und Dr. Kilian Hampel. Junge Menschen wachsen danach zunehmend unter psychischem Druck auf, sie kämpfen mit Zukunftsängsten, hohen Wohnkosten und politischem Vertrauensverlust. Gleichzeitig bleibt ihr Engagement hoch – doch es fehlt an Perspektiven und Beteiligungsmöglichkeiten.

BJR-Präsident Philipp Seitz betont: „Die Studie bestätigt uns in Schwerpunkten unserer Arbeit: Mentale Gesundheit stärken, Jugendarmut bekämpfen, die Wohn- und Finanzsituation junger Menschen endlich politisch ernst nehmen. Auch die politische Jugendbildung muss modernisiert werden, um Orientierung, Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft zu ermöglichen. Die aktuelle Studie macht deutlich: Jugendarbeit ist zentrale demokratische Infrastruktur. Ein echter Dialog zwischen den Generationen ist dringend notwendig, um gesellschaftliche Zukunftsthemen fair zu verhandeln.“

Um die mentale Gesundheit junger Menschen zu stärken, seien niedrigschwellige Angebote ebenso wichtig wie eine stabile und bedarfsgerechte Infrastruktur professioneller Hilfe. Bereits in der vergangenen Woche hatte der BJR angesichts der beschlossenen Honorarkürzungen für Psychotherapeut*innen Alarm geschlagen: Besonders für Kinder und Jugendliche könnten die Kürzungen fatale Folgen haben. Schon jetzt warten viele Betroffene mehrere Monate auf einen Therapieplatz.

Jugendarmut und Verschuldung sind laut Studie signifikant angewachsen, hier wünscht sich der BJR mehr Ressourcen für Prävention und finanzielle Bildung, die nicht nur an Schulen, sondern auch non-formal im Rahmen jugendpolitischer Angebote geleistet werden kann. Eine weitere wichtige Aufgabe sei die konsequente digitale Modernisierung von Jugendbildung: „Social Media und der Einsatz von KI müssen in zentralen Bereichen Standard werden“, so BJR-Präsident Seitz.

Der BJR unterstreicht die gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Gemeinschaft sowohl innerhalb der jungen Generation als auch generationenübergreifend zu stärken: „Das Gefühl von Einsamkeit und Zukunftsangst, das viele Studienteilnehmer*innen beschreiben, sollte ein schrilles Warnsignal für uns alle sein. Die Gesellschaft muss mehr Raum für Bindung und Beziehungen schaffen. Räume, in denen sich junge Menschen angenommen fühlen, Freund*innen finden und Vertrauen fassen. Dazu ist die Jugendarbeit mit ihren niedrigschwelligen Angeboten und ihrem Prinzip der Freiwilligkeit besonders geeignet. Wer in die Jugendarbeit investiert, stärkt eine belastete und verunsicherte Generation“, betont Philipp Seitz abschließend.

Quelle: Bayerischer Jugendring (BJR)