Brot für die Welt hat am 18. Mai 2026 den 9. Atlas der Zivilgesellschaft vorgestellt. Er dokumentiert mit Zahlen und Grafiken den Freiheitsgrad der weltweiten Zivilgesellschaft in fünf Kategorien: Ist die Gesellschaft eines Landes offen, beeinträchtigt, beschränkt, unterdrückt oder komplett geschlossen? Nur 277 Millionen Menschen weltweit leben derzeit in Staaten, in denen Meinungs- und Versammlungsfreiheit uneingeschränkt sind und der Handlungsraum der Zivilgesellschaft frei ist. Deutschland gehört nicht dazu. Über 70% aller Menschen hingegen leben in Staaten, in denen der zivilgesellschaftliche Raum unterdrückt oder vollständig geschlossen ist. Die Zahlen im Atlas stammen wie in den Vorjahren vom globalen zivilgesellschaftlichen Netzwerk CIVICUS. Auch in Demokratien verschlechtert sich die Lage: Deutschland, Italien, Frankreich sowie die USA und die Schweiz wurden heruntergestuft.
Hintergrund
Die Daten für den Atlas der Zivilgesellschaft basieren auf Erhebungen von CIVICUS, einem weltweiten Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement, und der Auswertung verschiedener Quellen und Indizes, etwa zur Rede- oder Versammlungsfreiheit. CIVICUS unterteilt die Freiheitsgrade einer Gesellschaft in fünf Kategorien: offen, beeinträchtigt, beschränkt, unterdrückt und geschlossen. Die Daten belegen, dass der Handlungsraum der Zivilgesellschaft nur in 39 Staaten „offen“ ist (Atlas 2025: 40). In 37 Staaten (Atlas 2025: 42) ist der Handlungsraum „beeinträchtigt“; 39 Länder (2025: 35) „beschränken“ den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum. 50 Staaten „unterdrücken“ die Zivilgesellschaft (2025: 51). „Geschlossen“ ist der Raum für zivilgesellschaftliche Akteure in 32 Staaten (2025: 29).
Insgesamt gibt es 15 Absteiger, ein neuer Rekord: Argentinien, Burundi, Deutschland, El Salvador, Frankreich, Georgien, Israel, Italien, Liberia, Madagaskar, Oman, Schweiz, Serbien, Sudan und die USA. Lediglich drei Länder haben sich im Ranking verbessert: Gabun, Mauretanien und Senegal.
Die Publikation kann im Shop von Brot für die Welt bestellt werden oder als PDF heruntergeladen werden.
Quelle: Brot für die Welt